29.03.2017 - 08:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

73-jähriger Unfallverursacher kann nicht vor Gericht erscheinen Nie mehr verhandlungsfähig

Der Prozess musste ohne den Angeklagten stattfinden. Der Mann, so stellte sich heraus, ist zum Pflegefall geworden, befindet sich in einem Heim und wird wohl nie mehr verhandlungsfähig sein. Er hatte in Ettmannsdorf einen schadensträchtigen Verkehrsunfall verursacht.

von Autor HWOProfil

An einem Oktobertag des Jahres 2015 gab es in Ettmannsdorf einen Zwischenfall, der anschließend Polizei, Justiz und zwei Sachverständige beschäftigte. Ein damals 71-Jähriger war mit seinem Wagen von der durch den Ortsteil verlaufenden Hauptstraße abgebogen und hatte drei geparkte Autos gerammt. Der Verursacher, dem später Ausfallerscheinungen bestätigt wurden, musste ins Krankenhaus. An den Fahrzeugen entstand weit über 20 000 Euro Schaden.

Vor dem Schwandorfer Amtsrichter Thomas Heydn hätte nun der spektakuläre Crash verhandelt und aufgerollt werden sollen. Es wurde ein kurzer Prozess. Denn der wegen Straßenverkehrsgefährung von der Staatsanwaltschaft angeklagte Mann, zwischenzeitlich 73 Jahre alt, konnte aus nachvollziehbarem Grund nicht erscheinen. Er lebt unterdessen in einem Pflegeheim und wird nach den Angaben seines Verteidigers Uwe Müller "wohl nie wieder verhandlungsfährig sein." Was seinerzeit zu dem Unfall führte, wurde nur kurz angedeutet. Die Reifen am Auto sollen zu wenig Druck gehabt haben, der Verursacher litt womöglich an einem plötzlichen Abfall des Blutzuckers. Erörtert wurde dies nicht mehr. Nur eines verdeutlichte sich: Der 73-Jährige hat zwischenzeitlich den Führerschein abgegeben.

Anwalt Müller sprach sich für eine Verfahrenseinstellung aus. "Nur gegen Geldauflage", ließ Staatsanwältin Franziska Wilhelm erkennen und nannte einen Betrag von 1500 Euro. Richter Heydn brachte daraufhin eine Summe von 1000 Euro ins Gespräch. Nach Rücksprache mit dem Betreuer des 73-Jährigen akzeptierte der Verteidiger diesen Vorschlag. Daraufhin schlossen sich die Aktendeckel.

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