11.09.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

ACE startet Sicherheitsaktion zum Smartphone Achtung, "Smombies"

Den Kopf gesenkt, Blick aufs Smartphone, und so über die Straße: Das ist brandgefährlich. Der Auto Club Europa (ACE) nahm Fußgänger ins Visier - und entdeckte erschreckend viele "Smombies".

Lebensgefährlich: Blick aufs Handy und die Straßenseite wechseln. Der ACE beobachtete bei einer Zählaktion zahlreiche "Smombies" auf Schwandorfer Straßen. Bilder: exb (2)
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

(ch/exb) Das Kunstwort aus "Smartphone" und "Zombie" weist recht eindringlich auf die Gefahr hin, in der Smartphone-Nutzer schweben, wenn sie in ihre Gerät vertieft auf der Straße unterwegs sind. "Finger weg!", hat der ACE deshalb seine Aktion getauft. "WhatsApp, Facebook, Nachrichten und Apps: Augen, Ohren und Gedanken sind bei vielen Fußgängern nicht bei der Sache, wenn sie eine Straße überqueren", berichtet Kreisvorsitzender Ludwig Blüml von der ACE-Aktion. Und das, obwohl sie die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind. 60 Prozent aller Verkehrstoten bei Unfällen innerorts waren zu Fruß unterwegs. Deshalb mache der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, mit der Verkehrssicherheits-Aktion "Finger weg!" Fußgänger in Schwandorf auf die Gefahr durch Ablenkung im Straßenverkehr aufmerksam.

Hintergrund sind die Unfallzahlen in den vergangenen Jahren. Insgesamt 31 589 Fußgänger verunglückten in Deutschland im Jahr 2015 im Straßenverkehr, 534 davon tödlich. Mehr als jeder zehnte Tote im Straßenverkehr war ein Fußgänger. Zu den Gründen zähle laut ACE neben der Rotlicht-Missachtung, mit etwa 40 Prozent die häufigste Unfallursache, auch die Tatsache, dass sich immer mehr Fußgänger im Straßenverkehr abkapseln: Mit Kopfhörern und dem Blick aufs Smartphone, können sie das Verkehrsgeschehen kaum noch wahrnehmen. Die Aktion in Schwandorf bestätigte laut Blüml diesen Trend: Von 316 Fußgängern, die der ACE während der Aktion beobachtete, waren 37 mit dem Handy oder Smartphone beschäftigt, bei Kindern und Jugendlichen lag die Quote sogar bei 14,03 Prozent.

"Jeder spricht vom Multitasking, doch es handelt sich dabei um einen gefährlichen Mythos: Niemand kann gleichzeitig Nachrichten checken und auf den Verkehr achten. Das ist ganz klar eine lebensgefährliche Selbstüberschätzung", sagt Ludwig Blüml. "Mit unserer Aktion wollen wir einen Denkanstoß liefern", so Blüml. "Jeder hat sein Leben selbst in der Hand - besonders deutlich wird das, wenn man sieht, wie viele Fußgänger als ,Smombies' durch die Städte laufen. Mit unserer Aktion richten wir uns vor allem auch an Eltern und Erwachsene: Sie sollen Vorbild sein und Handys und Smartphones bewusst gebrauchen - oder im Zweifel eben auch einmal stecken lassen", so Blüml weiter. Die Ergebnisse der Verkehrssicherheits-Aktion in Schwandorf fließen in eine bundesweite Studie ein, die der ACE voraussichtlich im Herbst veröffentlichen will.

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