16.05.2018 - 15:52 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Altneihauser Feierwehrkapell'n tritt in der Oberpfalzhalle auf Neugirg bläst OB den Marsch

Vier Tage lang sind Kaminkehrer aus ganz Bayern in Schwandorf zu Gast. Den Siedepunkt erreicht die Landesverbandstagung beim Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell'n. Kommandant Norbert Neugirg und seine Truppe heizen in der Oberpfalzhalle ordentlich ein.

So rußgeschwärzt wie Kommandant Norbert Neugirg (links) und seine Altneihauser Feierwehrkapell'n in der Regel auftreten, passten sie hervorragend zum Festabend der Kaminkehrer. Zum "Star Wars"-Soundtrack, der aus den Blasinstrumenten erklang, marschierten die Musiker ein. Bild: Götz
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Alle zwei Jahre treffen sich Bayerns Schornsteinfeger zu einer Landesverbandstagung. Dieses Jahr ging die Veranstaltung von Sonntag bis Mittwoch in Schwandorf über die Bühne. Damit schließt sich ein Kreis, denn vor 112 Jahren fand die Kaminkehrer-Innung in der Stadt ihren Ursprung. Die Ziffernfolge 112 rief bei dieser Gelegenheit auch die Altneihauser Feierwehrkapell'n auf das Programm. Peter Wilhelm, der Oberpfälzer Obermeister und Organisator des Verbandstages, hatte die Truppe um Kommandant Norbert Neugirg engagiert. Ob Wilhelm wusste, was er da tat? Die Feierwehrkapell'n zündete ein rhetorisches Feuerwerk. Schon zu Beginn kündigte Neugirg an: "Seien sie darauf vorbereitet, die Kapelle ist nicht zartbesaitet." Das merkten die Gäste recht schnell, denn einigen machten die Altneihauser richtig Feuer unter dem Hintern.

Spitzen gegen Feller

Allen voran der Oberbürgermeister der Stadt bekam die ganze Breitseite des scharfzüngigen Neugirg ab: "Andreas Feller ist als CSU-Haubitze, Schwandorfs schwarze Rathausspitze. Und hat im Gegensatz zum alten Oberbürgermeister Hey, stets Chauffeur und Dienstwagen dabei, um sich mit Wiefelsdorfer Juraweizen für seine Grußansprachen vorzuheizen." Und weiter: "Grußworte die Feller spricht, sind dank Weizen kurz und schlicht. Fast jedes Grußwort, das er sich ersinnt, ist schon aus, bevor es beginnt." Dass Neugirg nicht ganz falsch liegt, zeigt der Beitrag Fellers für ein Heft zum Verbandstag. Während Seehofer, Aigner, Ebeling und Co. ganze Seiten füllten, begnügte sich Feller mit ganzen sieben Sätzen.

Allerdings war der OB nicht der einzige, dem Neugirg mit seinen üblich bissigen Reimen ins Schwitzen brachte. Die Verbandstagung nannte der Kommandant kurzerhand zum "Rußkongress" um und begrüßte die "Viessmann-Leibeigene, Kessel-Schmierer, Pellets-Agenten, Gas- und Ölbrand-Inspizienten und Dampfplauderer"; kurzum, das "geschätzte Kriechvolk im Kamin". Alle Obermeister der Bezirke hieß Neugirg auf seine ganz eigene Art und Weise herzlich willkommen.

Frotzeleien gegen Franken

Auch für die Franken gab es einige Seitenhiebe. Die Frotzeleien der Oberpfälzer sind im Programm der Feierwehrkapell'n schon Usus. So stellte Neugirg etwa fest: "Der FCN stieg auf, weil ein Oberpfälzer ihn trainiert. Mit einem Franken wär das nicht passiert." Ob nun eineinhalb Tusch oder die vielen rhetorischen Spitzen, die Altneihauser ließen es am Dienstag richtig krachen. Den Auftritt honorierte das Publikum mit Zugabe-Rufen.

Grußworte die Feller spricht, sind dank Weizen kurz und schlicht. Fast jedes Grußwort, das er sich ersinnt, ist schon aus, bevor es beginnt.Norbert Neugirg, Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell'n

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