Am Feiertag zum Bombenalarm

Zehn BRK-Mitglieder aus dem Kreisverband machten sich am ersten Weihnachtsfeiertag auf den Weg nach Augsburg, um bei der größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg zu helfen. Bild: hfz
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Schwandorf
28.12.2016
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Rund 54 000 Menschen mussten am ersten Weihnachtsfeiertag in Augsburg ihre Häuser verlassen. Der Grund: die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Dafür, dass der Großeinsatz reibungslos über die Bühne ging, sorgten auch Helfer aus dem Landkreis.

/Augsburg. Der 1,8 Tonnen schwere Koloss lag seit Jahrzehnten im Boden, wurde vor wenigen Tagen bei Bauarbeiten in der Fuggerstadt gefunden. Die Entschärfung der Fliegerbombe machte die größte Evakuierungsaktion in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg nötig: Bis das gefährliche Unterfangen abgeschlossen war, mussten rund 54 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Auf Hilfe angewiesen

Wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mitteilte, befanden sich in dem betroffenen Gebiet unter anderem ein Krankenhaus und mehrere Seniorenheime mit erkrankten, verletzten und bettlägerigen Patienten. Sie konnten das Areal nicht eigenständig verlassen und waren auf Hilfe angewiesen.

Allerdings habe sich laut BRK schnell herausgestellt, dass die örtlichen Kapazitäten für den Personentransport in diesem Ausmaß nicht ausreichen werden. Deshalb wurden bayernweit Kontingente angefordert, um bei der Evakuierung aus dem Gefahrenbereich zu unterstützen. Insgesamt kamen 860 Helfer mit 300 Fahrzeugen nach Augsburg. Darunter waren auch zehn BRK-Mitglieder aus dem Kreisverband Schwandorf. Sie machten sich am ersten Weihnachtsfeiertag mit vier Fahrzeugen - einem Rettungswagen und drei Krankenwagen - gegen 3 Uhr morgens auf den Weg, sagte der stellvertretende Kreisgeschäftsführer und Katastrophenschutzbeauftragte Joachim Seeliger in einem Telefonat mit unserer Zeitung. Wert wurde darauf gelegt, dass sich die Kräfte, die sich allesamt freiwillig für den Einsatz am Weihnachtsfeiertag gemeldet hatten, relativ gleichmäßig über den Landkreis verteilen. Damit verblieben noch genügend Helfer vor Ort, und es konnte zu keinen Engpässen kommen.

Aus vier Bereitschaften

Die zehn Einsatzkräfte aus dem Landkreis kamen von den Bereitschaften Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof, Pfreimd und Schwarzenfeld. Sie wurden dem Transportkontingent Oberpfalz zugeordnet. Dieses war gemeinsam mit den Kollegen aus Niederbayern im Bereich Dasing untergebracht. "Von dort aus wurden zahlreiche Einsätze bis zum frühen Abend abgearbeitet", schilderte Sebastian Hofmann von der BRK-Bereitschaft Pfreimd. Er gehörte zu den zehn Helfern aus dem Landkreis.

Während die Bombe entschärft wurde, seien die Einsatzkräfte zum Messezentrum Augsburg verlegt worden. "Hier bestand neben der Verpflegung auch die Möglichkeit, eine Ruhepause einzunehmen, bevor es gegen 19.30 Uhr zu den Rückverlegungen der zuvor evakuierten Personen kam." Der Einsatz war für die Helfer aus dem Landkreis erst gegen Mitternacht zu Ende, als sie wieder an den jeweiligen Heimatstandorten ankamen.
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