11.03.2018 - 13:08 Uhr
Schwandorf

Auszeichnung für Jungkuh "Sunset" Fallende Preise für Milch

Eva-Maria Bäuml arbeitet zwar als Laborantin bei den Naabtaler Milchwerken in Schwarzenfeld, hilft in ihrer Freizeit aber auf dem elterlichen Betrieb in Gögglbach mit. Mit der Jungkuh "Sunset" nahm die 22-jährige ehemalige Milchprinzessin an der Eurogenetik-Schau in Ried (Oberösterreich) teil.

Bezirksvorsitzender Erich Pilhofer (links) gratulierte Eva-Maria Bäuml zum Spitzenplatz ihrer Kuh "Sunset" bei der internationalen Eurogenetik-Schau in Ried am Inn. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

-Gögglbach. Bei der Bezirksversammlung des "Rinderzuchtverbandes und des Milcherzeugerrings Oberpfalz am Freitag im Tierzuchtzentrum gratulierte Vorsitzender Erich Pilhofer der jungen Dame zum fünften Platz "in einem international erlesenen Teilnehmerfeld" und überreichte ihr ein Bild von der preisgekrönten Kuh. Die junge Frau belegte als einzige Bewerberin aus dem Landkreis eine vordere Platzierung.

Zuchtleiter Dr. Thoma Nibler belegte den fortschreitenden Strukturwandel mit Daten. Die Zahl der organisierten Betriebe im Milcherzeugerring Oberpfalz ging im vergangenen Jahr erneut um 123 auf 2517 zurück. Gleichzeitig aber wuchs der Bestand der Kühe um 103 auf 122 570. Ihre durchschnittliche Jahresleistung sank um 57 auf 7800 Liter Milch. Der Zuchtleiter führt diesen Rückgang auf "die schlechte Futtergrundlage" zurück. Der Mais sei zu trocken und das Grünland zu "verholzt" gewesen. "Das sollte aber heuer wieder besser werden", so die Prognose des Zuchtleiters.

1972 hielten im Landkreis Schwandorf 4396 Betriebe Kühe im Stall. 2016 waren es noch 818 und im vergangenen Jahr nur noch 781. Die Zahl der Kühe dagegen bleibt seit Jahren mit rund 27 000 nahezu konstant. Im Landkreis Schwandorf sind 377 Betriebe (minus 21) organisiert. Ihnen sagt Kreisvorsitzender Matthias Irlbacher keine gute Zukunft voraus. Zwar konnten die Milchbauern im letzten Vierteljahr 2017 gute Erlöse und nahezu kostendendeckende Preise erzielen, "doch die Prognosen für 2018 verheißen nichts Gutes".

Matthias Irlbacher geht von steigenden Milchmengen und sinkenden Erzeugerpreisen um zehn Cent je Liter aus, "ähnlich wie Ende 2014". Hinzu kämen hohe Lagerbestände an Magermilchpulver, die erst abgebaut werden müssten. In den nächsten 20 Jahren werden zwei Drittel der noch bestehenden Milchviehbetriebe aufgeben, schätzt Irlbacher. Er sieht "die flächendeckende Milchwirtschaft in Gefahr". Gut sind die Prognosen dagegen bei der Zucht und bei der Rindervermarktung. Mit dem Verkauf von 27 686 Tieren erzielte der Verband im vergangenen Jahr einen Umsatz von 15 Millionen Euro (plus 330 000).

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