03.05.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bibliothekar Alfred Wolfsteiner hält Vortrag über Pater Augustin Rösch Schwandorfer Widerstandskämpfer

"Der stärkste Mann des Katholizismus", so charakterisiert Helmuth Graf James von Moltke Pater Augustin Rösch nach seiner Rückkunft aus dem Vatikan im Jahre 1941. Der am 11. Mai 1893, also vor genau 125 Jahren in Schwandorf als Sohn eines Lokomotivführers geborene Rösch, wurde im Jahre 1935 zum Provinzial der oberdeutschen Ordensprovinz der Jesuiten bestimmt und war damit direkter Vorgesetzter von Rupert Mayer und Alfred Delp.

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Mehr als 100 Mal war der hochdekorierte Offizier des Ersten Weltkriegs nach eigener Auskunft bei der Gestapo, um sich für seine Mitbrüder und seinen Orden einzusetzen. Er war nach Einschätzung seines Biografen Roman Bleistein "der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Platz". Rösch war Mitglied des "Kreisauer Kreises", der bereits 1941 eine Nachkriegsordnung plante. Als Mitglied im "Ausschuss für Ordensangelegenheiten" der Deutschen Bischofskonferenz versuchte er zudem die katholischen Bischöfe dazu zu bringen, gegenüber den Nazis die allgemeinen Menschenrechte einzufordern und durch offene Hirtenworte eine härtere Gangart gegen die Nazis einzulegen.

Nach dem Stauffenberg-Attentat untergetaucht, wurde Rösch verraten und zum Tod verurteilt. Nur durch Zufall entging er nach einem Schauprozess seiner Exekution und wirkte nach dem Krieg bis zum seinem Tod im Jahre 1961 als Landes-Caritasdirektor segensreich gegen die allgemeine Not. Erst in den letzten Jahren wurde die Bedeutung von Augustin Röschs im kirchlichen Widerstand durch die historische Forschung öffentlich gemacht.

In seinem Vortrag über Augustin Rösch schlägt Bibliothekar Alfred Wolfsteiner ein bislang weitgehend unbekanntes Kapitel des deutschen Widerstandes gegen das Hitlerregime auf, in dem ein gebürtiger Schwandorfer eine nicht unbedeutende Rolle spielte. Der Vortrag "Der stärkste Mann des Katholizismus in Deutschland" in der Stadtbibliothek kommt in Zusammenarbeit mit der VHS und der Regionalgruppe des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg zustande. Die Veranstaltung am Dienstag, 8. Mai, beginnt im 19.30 Uhr. Eintritt 5 Euro (ermäßigt 3 Euro). Anmeldung bei der VHS.

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