Bisher größte Einsatzübung

Einsatzleiter Helmut Mösbauer (links) nimmt die Informationen entgegen und strukturiert sie an der Pinnwand. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
05.07.2017
185
0

Der eigentliche Einsatzort bleibt virtuell. Den fiktiven Störfall bei der Stullner Nabu-Oberflächentechnik GmbH behandelten die Einsatzkräfte fernab im Landratsamt und in der Oberpfalzhalle. Es ging um die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen im Katastrophenfall.

Einsatzleiter Helmut Mösbauer, Stadtbrandinspektor bei der Feuerwehr Schwandorf, steht an der Pinnwand und sammelt Informationen. Die Szenarien haben Mitarbeiter der "Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried" erarbeitet. 80 Rettungskräfte des Landkreises, von der Feuerwehr bis zur Polizei, von den Sanitätsdiensten bis zum THW und von der Bundeswehr bis zu den zivilen Mitarbeitern am "Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung", nahmen an der Übung teil und probten den Ernstfall. Bei der Firma Nabu Stulln hatte ein Gabelstaplerfahrer einen Gefahrgutcontainer aufgeschlitzt und umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt.

Als erster erfuhr der zuständige Kreisbrandinspektor Johann Gietl von dem Vorfall. Zusammen mit der Polizei forderte er die Bevölkerung auf, Türen und Fenster zu schließen. Im Landratsamt trat die Führungsgruppe "Katastrophenschutz" zusammen und richtete zur Aufklärung der Bevölkerung ein Bürgertelefon ein.

Wer anrief, erfuhr folgendes: Die Nabu-Oberflächentechnik GmbH in Stulln entwickelt, produziert und vertreibt flüssige und pulverförmige Chemikalien für die Oberflächenbehandlung von Metallen. Weil es sich um giftige Stoffe handelte, die freigesetzt wurden, lief die Rettungsmaschinerie an, wie es das Gesetz vorschreibt.

Die Profis von der Feuerwehrschule Geretsried bauten immer wieder neue Tücken ein. Plötzlich drehte sich der Wind und brachte die 250 Bewohner des Ortsteils "Vogelherd" in Gefahr. Sie mussten evakuiert und mit Bussen in das nahe gelegene Pfarrheim in Schmidgaden gebracht werden. Auch die Versorgung der verletzten Mitarbeiter auf dem Firmengelände war sicherzustellen. In Wirklichkeit bekam die Stullner Bevölkerung überhaupt nichts mit von diesem "Störfall". Es war eine Übung für die Stabstellen der Hilfsorganisationen. Einen Probealarm dieser Größenordnung habe es im Landkreis bislang noch nicht gegeben, versicherte die Leiterin der Abteilung für "Öffentliche Sicherheit und Ordnung" am Landratsamt, Maria Zweck. Am Nachmittag kam dann Entwarnung. Die Einsatzkräfte hatten die Lage unter Kontrolle. Wie können sich die einzelnen Hilfsorganisationen im Katastrophenfall noch besser ergänzen? Bei der Abschlussbesprechung ging es vor allem um die Frage der Kommunikation. "Denn", so Maria Zweck, "nicht alle sprechen die gleiche Sprache".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.