13.10.2017 - 15:36 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Blumen für die Stadt

Jochen Surel weiß zwar, dass er die Welt nicht retten kann. Dafür aber will er sie ein Stück weit liebens- und lebenswerter machen. Deshalb hat er in der Vergangenheit Baumpflanzaktionen auf dem Weinberg und am Eisenwerk in Fronberg gestartet und Streuobstwiesen angelegt.

Landschaftsgärtner Jochen Surel hat vor seinem Haus eine Blumenwiese als Rückzugsraum für Insekten angelegt. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Jetzt hatte der selbstständige Landschaftsgärtner und ÖDP-Ortsvorsitzende eine neue Idee. Der 49-jährige Umweltschützer findet, "dass Veränderungen im Kleinen beginnen sollten". Und weil Jochen Surel ein Herz hat für die Natur hat, wird er nicht müde, für mehr Grün in der Stadt zu kämpfen. Seine neueste Idee: Die öden Grünstreifen vor seinem Haus in Krondorf könnte man in eine Blumen- und Kräuterwiese verwandeln und damit Lebens- und Rückzugsraum für Insekten schaffen.

"Es gibt immer weniger Randstreifen an den Äckern, die Landschaft wird zubetoniert, und den Rest erledigen Pestizide und Überdüngung", klagt Jochen Surel. "Doch wenn die Bienen sterben, stirbt auch der Mensch", gibt der Naturschützer zu verstehen. Deshalb will er wenigstens im Kleinen gegen diese Entwicklung ankämpfen.

Im Herbst des vergangenen Jahres hat sich der Gartengestalter mit seiner Idee an die Stadt gewandt, die rund 20 Quadratmeter große Grünfläche vor seinem Wohnhaus in Krondorf in ein Blumenbeet zu verwandeln. Bei einem Ortstermin gab Jürgen Diller, der Fachbereichsleiter für Park- und Gartenanlagen am städtischen Bauhof, grünes Licht. Im Frühjahr unterzeichnete Surel ganz offiziell einen Nutzungsvertrag mit der Stadt. Dann machte er sich die Arbeit, grub die Grünfläche um und pflanzte Ringel- und Kornblumen, Thymian und Lavendel, Königskerzen und Schmetterlingssträucher. Jetzt, im Herbst, stehen die heimischen Pflanzen immer noch in Blüte.

200 Euro hat der Schwandorfer Landschaftsgärtner für die Umgestaltung aus eigener Tasche bezahlt. "Der Aufwand hat sich gelohnt", findet Jochen Surel. Er beobachtet Hummeln und Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten auf seiner "kleinen Oase". Auch die Bodenqualität habe sich seiner Meinung nach verbessert. "Eigentlich wäre es ja Sache der Stadt, für mehr Blühstreifen auf öffentlichem Grund zu sorgen", ist Jochen Surel überzeugt. Wenn sie es schon nicht selbst tue, dann sollte sie wenigstens die Bürger dabei unterstützen. Die Stadt will, wie Pressesprecher Lothar Mulzer versichert, auch anderen Bürgern in gleicher Weise Hilfestellung leisten, wie dies bei Surel der Fall war. Voraussetzung sei, "dass die Fläche auch dazu geeignet ist". Nach Abschluss eines Nutzungsvertrags können Interessenten die Flächen bepflanzen und pflegen - allerdings auf eigene Kosten. "Der Bauhof begleitet solche Projekt gerne mit Ratschlägen und nützlichen Hinweisen", erklärt Lothar Mulzer. Von Jochen Surel stammt auch die Idee, für jedes Neugeborene einen Baum zu pflanzen. Mittlerweile startet die Stadt im Jahr zwei Pflanzaktionen im Waldgebiet auf dem Weinberg, die von den jungen Familien sehr gut angenommen werden.

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