03.09.2017 - 18:30 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Casting für "WAA Wackersdorf"

"500 bis 600 Komparsen" braucht Ingo Fliess (Sulzbach-Rosenberg) für seinen Spielfilm "WAA Wackersdorf", der im Herbst 2018 in die Kinos kommen soll. "Es läuft ganz gut an", freute sich der Produzent beim Casting am Wochenende im "Lawendls" in Fronberg.

Im "Lawendls" herrschte am Wochenende ein ständiges Kommen und Gehen. Viele Familien mit Kindern kamen, um sich für eine Statistenrolle im Spielfilm "WAA Wackersdorf" zu bewerben. Bilder: Hirsch (2)
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Vor allem Familien mit Kindern drängten ins Café, um sich für eine Statistenrolle zu bewerben. Seit fünf Jahren tragen sich Produzent Ingo Fliess, Regisseur Oliver Haffner und Drehbuchautor Gernot Krää mit dem Gedanken, einen Spielfilm rund um die Ereignisse in Wackersdorf der 1980er Jahre zu drehen. "Jetzt haben wir das Geld zusammen und können loslegen", versichert Ingo Fliess. Ab 5. Oktober wird im Landkreis Schwandorf und in München gedreht. Dazwischen blenden die Filmemacher Originalszenen von damals ein. Es soll kein Dokumentar-, sondern ein Spielfilm werden.

Neben den Hauptrollen, die mit professionellen Darstellern besetzt werden, brauchen die Organisatoren eine Vielzahl von Statisten. "Sie sollen aus der Oberpfalz stammen", wünscht sich Ingo Fliess und hat deshalb das Casting auch nach Schwandorf gelegt. Er nutzte die engen Kontakte zur Veranstalterin der Schwandorfer Dokumentarfilmtage, Anne Schleicher, deren Mutter das "Lawendls" in Fronberg betreibt. Im dortigen Café herrschte zwei Tage lang ein ständiges Kommen und Gehen. Die Bewerber wurden nach der Anmeldung fotografiert und anschließend zu einer Sprechprobe gebeten. Ende September werden sie erfahren, ob sie zu den Drehtagen eingeladen werden. Diese liegen zwischen dem 5. Oktober und dem 14. November. Der damalige Landrat Hans Schuierer ist zur Symbolfigur des WAA-Widerstandes geworden. Ob und wie ihn die Produzenten in das Geschehen einbauen, verraten sie noch nicht.

Vor Ort war am Samstag auch der Bayerische Rundfunk. BR-Mitarbeiter interviewten Zeitzeugen und auch Vertreter der späteren Generation. Wolfgang Nowack (67), der zum harten Kern der Widerstandsbewegung gehörte, schilderte die Auseinandersetzung um die WAA und stellte fest: "Ich wundere mich, dass nach diesen Vorgängen heute immer noch Leute die CSU wählen".

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