Dekan Hans Amann fragt: "Gehört das Christentum wirklich noch zu Deutschland?"
Viel mehr als "Hasenfest"

Pfarrer Thomas Kuriakose Nanjilathu entzündete mit dem Feuer die Osterkerze und trug sie in die Fronberger Kirche, um dort mit den Gläubigen die Osternacht zu feiern. Bilder: Hirsch(2)
Vermischtes
Schwandorf
02.04.2018
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Wenn so viele Christen dem Fest der Auferstehung und dem kirchlich-spirituellen Leben den Rücken kehren, fragt sich der katholische Dekan Hans Amann ernsthaft: "Gehört das Christentum wirklich noch zu Deutschland?" Oder halten die Leute Ostern für einen "April-Scherz"?

Der Ostersonntag, an dem die Christen die Auferstehung des Gottessohnes feiern, fiel heuer auf den 1. April. Für jene Gläubigen, die die Kirchen an diesem Tag mehr als an gewöhnlichen Sonntagen füllten, war der Gottesdienstbesuch keine Narretei, wie sie an diesem Tag üblicherweise betrieben wird. Sie fühlten sich nicht in den "April geschickt", sondern verließen gestärkt und voller Hoffnung die religiöse Stätte. Dekan Hans Amann beklagte in seiner Predigt, "dass Ostern für viele Christen nichtssagend geworden ist, ein Hasenfest mit den Kleinen oder eine willkommene Auszeit für einen Urlaub". Die Welt brauche wieder jenen Tiefgang, "der die Lebensgeschichte Jesu ausmacht", so der Stadtpfarrer von St. Jakob. Die Zukunft dieser von Katastrophen und Terror heimgesuchten Erde sei ungewiss. "Karfreitag" sei vielerorts auf der Erde. Das Fortschrittsdenken gerate zunehmend ins Stolpern, stellte Pfarrer Hans Amann fest. Und: "Wir werden zum Umdenken gezwungen, zu neuem Sehen mit vielleicht unliebsamen Konsequenzen."

Ostern mache dem Menschen dieses Umdenken aber leichter, meinte Monsignore Hans Amann und rief die Christen auf: "Tragen wir die frohe Botschaft von der Auferstehung in die Welt, die seufzt und schreit und der Erneuerung bedarf". Im Osterwunder liege die Hoffnung auf Erneuerung begründet. Ostern ist ein Fest voller Symbole. Die Priester der Pfarreien segneten das lodernde Feuer, entzündeten die Osterkerze und verbrannten zum Zeichen des Neubeginns die "Insignien" des vergangenen Kirchenjahres. Die "Auferstehungsgottesdienste" standen am Ende des "Triduums", das am Karfreitag mit dem Gedenken an den Tod Christi begann und sich am Samstag mit der "Grabesruhe" fortsetzte. Nach Tagen der Ruhe erklang wieder die Orgel, sangen die Chöre feierlich "Halleluja, Jesus lebt". Zum Osterfest gehört auch die Erneuerung des Taufversprechens. Traditionell segneten die Priester die mitgebrachten Speisen: Eier, Fleisch, Brot und Salz. Auf dem Frühstückstisch verzehrt, sollen die "geweihten Speisen" vor Unheil bewahren.
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