09.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Die Oberpfälzer Version der Teufelsgeige "Schdaousrumpl" verspricht Stimmung

von Autor SLUProfil

Die Oberpfälzer Version der Teufelsgeige

"Schdaousrumpl" verspricht Stimmung

Schwandorf. (slu) Ein ebenso ausgefallenes wie originelles Musikinstrument ist die sogenannte Teufelsgeige, im Dialekt als "Schdaousrumpl" bekannt. Wikipedia liefert dazu folgenden Eintrag: "Die Teufelsgeige, auch Deiwelsgeije, Bumbass oder (vor allem im Sarntal) Bettelgeige genannt, ist ein Rhythmus- und Lärminstrument, das in der Volksmusik bei Fastnachtsumzügen, beim Zampern (=Heischegang; alte sorbische Tradition) oder bei Polterabenden eingesetzt wird."

Im 17. Jahrhundert war das ursprüngliche Instrument weitaus einfacher gestaltet als heutzutage, denn es bestand lediglich aus einem gebogenen Holzstab, einer Saite und einer mit Luft gefüllter Tierblase. Mitunter wurden Gegenstände aus Blech am Stab befestigt. Eine "moderne" Schdaousrumpl weist mehr Teile auf, nämlich einen geraden Holzstab, Schlaginstrumente wie Becken, Schellenring, Klangholz und Tamburin sowie in der Regel drei Saiten. An der Spitze des Stabes befindet sich meistens ein Teufelskopf aus Holz oder jener eines Kaspers.

Jedoch sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, und so sind, je nach Hersteller und Benutzer, nicht selten sehr urige Exemplare in Gebrauch, die dann mit regelrechter Hingabe gespielt werden. Wer jedoch glaubt, bei diesem Gerät stehe ausschließlich die Gaudi im Vordergrund, der täuscht sich. Für viele Musiker stellt es ein vollwertiges Instrument dar, das einer Vorführung - allein oder im Verbund mit anderen Instrumenten - einen eigenen Klang verleiht. Diejenigen, die sich ein solches Instrument selbst bauen möchten, finden im Internet spezielle Anleitungen. Die verschiedenen Teilinstrumente der "Schdaousrumpl" werden mit einem Schlägel geschlagen, und gleichzeitig werden die Saiten gezupft. Das typische polternde Geräusch wird dadurch erzeugt, dass mit dem Holzstab auf den Boden gestampft wird.

Davon ist auch die dialektale Bezeichnung dieses Instruments abgeleitet, denn das Stoßen ist ein elementares Wesensmerkmal der Bedienung, die von ihrem Benutzer ein hohes Maß an Koordinationsfähigkeit verlangt. Und dass das Ganze entsprechend "rumpelt", versteht sich von selbst.

Wo immer die "Schdaousrumpl" zum Einsatz kommt, bildet sie stets eine Attraktion und verleiht dem jeweiligen Auftritt ein besonderes Flair. Wenn dazu noch ein Original wie Georg Süß aus Rottendorf, allseits bekannt als "Leffl-Girgl", spontan mit einstimmt, dann kann man sich lebhaft vorstellen, wie die Stimmung in kurzer Zeit steigt.

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Die Serie im Internet:

www.onetz.de/themen/dialekt

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