26.05.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Dr. Roland Hanke spricht über freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit: Fasten, wenn das Ende naht

Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit am Lebensende: Palliativmediziner Dr. Roland Hanke verdeutlichte bei einem Vortrag, was freiwilliges "Sterbefasten" bedeutet.

Palliativmediziner Dr. med. Roland Hanke sprach im Gasthaus Obermeier über das "Sterbefasten". Veranstalter war "Pallicura". BIld: kga
von Gerd KühnerProfil

Auf großes Interesse stieß der vom Klardorfer Pallicura-Verein organisierte Vortrag zum Thema "Sterbefasten" im Turmrestaurant Obermeier. Vorsitzende Sonja Kellner erläuterte kurz den Begriff, ehe der Palliativmediziner und Gründer des Palliativ-Teams in Fürth, Dr. Roland Hanke, ins Detail ging. Sein Tätigkeitsfeld beinhaltet auch die medizinische Begleitung und Beratung der Angehörigen von Palliativpatienten, die sich zum "Sterbefasten" entschieden haben. In seinen Vortrag ging Hanke auf den Prozess des Sterbefastens ein. Vor allem auch Angehörige müssen damit umzugehen lernen, wenn ein geliebter Mensch wegen schwerer alters- und krankheitsbedingter Leiden nicht mehr essen und trinken will.

Der Palliativmediziner erläuterte wie wichtig es ist, Sterbende zu begleiten, wenn die Medizin nicht mehr helfen kann. Dabei ging er auch auf die juristischen Situation zu diesem Thema ein. Wichtig sei, dass Patient die Entscheidung trifft. Dies sei, so der Palliativmediziner, "der stärkste Ausdruck der Selbstbestimmung des Menschen." Diejenigen, die den Sterbenden begleiten, dürften nicht das Gefühl haben, jemandem das Leben zu nehmen, wenn sie dem "Sterbefasten" zustimmen,

Aus fachlicher Sicht betrachtet lasse sich sogar sagen, dass ein schrittweiser Nahrungsverzicht Erleichterung für den Sterbenden bringen könne. Erstickungsgefühle und Würgereiz des schwerkranken Patienten können abnehmen.

Der Sterbeprozess durchlaufe mehrere Phasen, beginnend mit der freien, selbstständigen und unbeeinflussten Entscheidung des Sterbenden, die nicht aus einer Depression heraus geboren sein dürfe. Die gewissenhafte Abklärung rechtlicher Belange und die Einbeziehung der Angehörigen ins kommende Geschehen sei der nächste wichtige Schritt. Im Anschluss an seinen Vortrag hatten die Besucher die Möglichkeit Fragen zu stellen, die erörtert und diskutiert wurden.

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