26.12.2017 - 15:12 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Es weihnachtet allerorts

Ausgerechnet die Hirten auf dem Feld, die damals zur verachteten Unterschicht gehören, erfahren die Weihnachtsbotschaft als Erste. Pfarrer Joachim Kendzia zieht daraus seine Schlüsse: "Dieser Gott liebt die Menschen mit all ihren Fehlern."

Die Andacht am Franziskusmarterl zu Weihnachten hat Tradition. Am Heiligen Abend pilgerten besonders viele Menschen in den Taxöldener Forst.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Schwandorf/Wackersdorf. 200 Freunde der Marterlgemeinde pilgerten am "Heiligen Abend" nachmittags zur Gedenkstätte im Taxöldener Forst, die an den Widerstand gegen die WAA erinnert. Der pensionierte evangelische Pfarrer Joachim Kendzia trug die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium vor und stellte fest: "Das Christentum ist keine moralische Institution." Mit dem Kommen Jesu habe Gott signalisiert, "dass er die Menschen liebt, auch wenn sie gegen die Moral verstoßen".

Joachim Kendzia räumt mit dem herkömmlichen Sündenbegriff auf und ist der Meinung: "Es sündigt nur, wer nicht an Jesus glaubt." Der Geistliche zitierte aus der Heiligen Schrift das Jesus-Wort: "So, wie mich mein Vater liebt, liebe ich euch." Kein Vorwurf an die Menschen , keine Moralpredigt. Gott schaffe sich einen Platz in jedem einzelnen Menschen und greife "kraftvoll in unser Leben" ein, ist der Geistliche überzeugt. Das Gebet könne helfen, neue Kraft zu tanken. Eine Bläsergruppe der Jugendblaskapelle Schwarzenfeld gestaltete die Feier musikalisch.

"Wir gehen wieder auf die Straße", kündigte Franz Waldmann an. Der Ingenieur aus Regensburg rief zur Teilnahme an der Demonstration gegen die Agrarpolitik auf, die am 20. Januar in Berlin unter dem Motto "Wir haben es satt" stattfindet. Waldmann fordert eine Wende hin zu einer bäuerlichen, ökologischen Landwirtschaft. Der Sprecher der Marterlgemeinde, Wolfgang Nowak, kündigte die Gründung eines Arbeitskreises an, der die Ereignisse und Erfahrungen der Zeitzeugen im Widerstand gegen die WAA dokumentieren und für die Nachwelt erhalten soll.

Zum 57. Mal zeigte der Heimat- und Trachtenverein Stamm am "Heiligen Abend" auf dem Schwandorfer Marktplatz den "Sterntanz" und formierte sich am Ende zum Schriftzug "Weihnachten 2017". Die Bläser Anika Krottenthaler und Felix Buchmann stiegen zuvor auf den Kirchturm St. Jakob und begrüßten das "Christkind" mit weihnachtlichen Trompetenklängen. Mit den Liedern "Alle Jahre wieder", "Zu Bethlehem geboren" und "Adeste fideles" stimmten sie die Kinder und deren Eltern auf die bevorstehende Bescherung in den Familien ein. Auf dem Marktplatz spielte die Jugendblaskapelle der Volkshochschule weihnachtliche Weisen und begleitete die " Trachtler" beim Sterntanz.

32 Kinder aus Heselbach, Grafenricht, Meldau, Rauberweiherhaus und Wackersdorf waren am traditionellen Heselbacher Krippenspiel beteiligt. In der voll besetzten Filialkirche erinnerten sie an die Herbergssuche. Die Leitung hatte Bianca Götz, die Musik spielten Ulrike, Ina, Benni und Bernhard Schuierer sowie Stephanie Ebner- Rebl an der Orgel.

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