01.06.2017 - 15:46 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fachmann refeiert über Vorsorge gegen Faulbrut: Tödlicher Feind der Bienen

Die Honigbiene hat's nicht leicht. Früh gemähte Wiesen und monotone Landschaften schmälern das Nahrungsangebot. Darauf haben Imker kaum Einfluss. Aber sie können für Gesundheit im Bienenstock sorgen. Tipps gegen die Faulbrut hat Dr. Andreas Schierling.

Beim Imkerverein Schwandorf referiert Dr. Andreas Schierling über die Amerikanische Faulbrut und über völkererhaltende Sanierungsmaßnahmen. Bild: gab
von Josef GrabingerProfil

Der Imkerverein Schwandorf für seine Mitglieder den Vortrag "Gesundheit im Bienenstock" organisiert. Referent der Veranstaltung war Dr. Andreas Schierling vom Tiergesundheitsdienst München. Er sprach über die Bienenkrankheit "Amerikanische Faulbrut" (AFB). Sie schadet in erster Linie dem Nachwuchs im Stock.

Die AFB der Honigbiene ist eine hochansteckende Tierseuche, die eine ernstzunehmende Bedrohung für die betroffenen Bienenvölker darstelle, erläuterte Schierling. Nehmen junge Bienenlarven Sporen des Faulbruterregers mit dem Futter auf, so vermehrt sich das Bakterium in Darm und Leibhöhle und tötet letztendlich die infizierte Larve ab. Die Erreger zersetzen die getötete Larve zu einer strukturlosen Masse, in der nun neues infektiöses Material gebildet wird. Wegen ihres enormen Infektions- und Verbreitungspotenzials wird die AFB in Deutschland als anzeigepflichtige Tierseuche geführt. Sobald ein Verdacht auf einen Ausbruch der Seuche vorliegt, muss deshalb umgehend das zu ständige Veterinäramt informiert werden. Entgegen der weit verbreiteten, aber veralteten Lehrmeinung, sind die Sporen des Erregers nicht immer in Bienenvölkern vorhanden. Lediglich, wenn Bienen über Räuberei in klinisch erkrankten Völkern mit Sporen kontaminiertes Futter eintragen oder Sporen durch den Imker unwissentlich in die Völker eingebracht werden, wird der Erreger in Futterkranzproben nachweisbar. Mit steigender Anzahl eingetragener Sporen steigt auch das Risiko, dass die Krankheit ausbricht und die typischen Symptome sichtbar werden. Durch eine Vorsorgeuntersuchung des Futterkranzes um das Brutnest hinsichtlich Sporen des Erregers können gefährdete Völker identifiziert werden. Bienenvölker mit an AFB erkrankten Larven werden in der Regel nach behördlicher Anordnung abgetötet. Werden die Sporen entdeckt, bevor die erste Larven Symptome zeigen, können in nahezu allen Fällen die Völker gerettet werden.

 

 

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