27.09.2017 - 15:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fliegerbombe am Krankenhaus St. Barbara in Schwandorf Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Evakuierung

Am Samstag, 30. September, wird der Bereich rund um das Krankenhaus St. Barbara ab 8 Uhr zur Schutzzone. Nach dem Fund einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe werden das Krankenhaus selbst sowie alle Häuser und Wohnungen in einem Radius von 300 Metern rund um den Bomben-Fundort evakuiert. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

von Redaktion OnetzProfil

Welche Bereiche rund um den Bomben-Fundort werden evakuiert?

Evakuiert wird neben der Klinik selbst ein Radius von 300 Metern rund um den Fundort des Blindgängers. Nach Angaben von OB Feller leben im Evakuierungs-Gebiet etwa 900 Menschen. Dazu kommen die Betriebe im Gleisdreieck; die Bahnlinien nach Furth im Wald und Regensburg werden zumindest während der Entschärfung gesperrt.

Der Evakuierungsbereich beginnt im Westen an der Steinberger Straße vor der Steinberger Unterführung, zieht sich entlang der Flurstraße, dann der Werthstraße bis etwa zur Röntgenstraße im Osten. Die Grenze des Bereichs läuft dann nach Norden durch das Gleisdreieck, über die Bahnlinien hinweg bis zur Escherichstraße, dann entlang des Kreuzbergrings bis zur Schreiner- und zur Uhlandstraße. 

Auf unserer Karte sehen sie die Evakuierungszone als rot schraffierten Bereich. Die grünen Bus-Symbole markieren die Haltestellen der Shuttle-Busse zur Oberpfalzhalle (und zurück):

Wer es ganz genau wissen möchte, sollte sich die Liste mit allen betroffenen Anwesen ansehen, die die Stadt Schwandorf herausgegeben hat.

Muss ich während der Evakuierung mein Haus / meine Wohnung verlassen?

Ja. Die Stadt hat für die Evakuierung eine Verfügung erlassen. Die Evakuierung ist keine freiwillige Sache, sondern wird wenn nötig auch unter Zwang durchgesetzt. Die Feuerwehr und das THW leisten bei den erforderlichen Umleitungsmaßnahmen Amtshilfe für die Polizei und sind insoweit gegenüber Verkehrsteilnehmern weisungsbefugt.

Das Betreten und Befahren des Evakuierungsbereiches ist verboten, außer für Einsatzfahrzeuge und die Shuttle-Busse, die während der Räumung ab 8 Uhr zur Oberpfalzhalle fahren. Hier können Evakuierte unterkommen und die Busse bringen sie auch wieder zurück.

Der Sprengmeister beginnt seine Arbeit erst, wenn sichergestellt ist, dass sich im Evakuierungsbereich niemand mehr aufhält, frühstens nach 12 Uhr.  Es ist daher wichtig, die Evakuierung nicht zu verzögern.

Alle betroffenen Anwohner, die ihre Wohnung nicht eigenständig verlassen können oder ihre Angehörigen sollen sich umgehend an das Bürgertelefon (09431/45-333, von 8 bis 16 Uhr) wenden. Abholung und fachgerechte Betreuung werden dann organisiert.

Wann findet die Evakuierung statt?

In einer Verfügung der Stadt zur Evakuierung ist festgelegt, dass alle Gebäude im Evakuierungsbereich (siehe Karte) am Samstag, 30. September, ab 8 Uhr nach Weisung der Polizei, Feuerwehr und THW geräumt werden müssen. Geplant ist, dass die Evakuierung um 12 Uhr abgeschlossen ist und dann mit der Entschärfung der Bombe begonnen werden kann. 

Wo kann ich mich während der Evakuierung aufhalten?

BRK und Johanniter kümmern sich während der Evakuierung in der Oberpfalzhalle (Schwimmbadstraße 4, 92421 Schwandorf) um die Bewohner, die während der Räumung hier bleiben wollen. Von den in der Karte mit grünen Symbolen eingezeichneten Haltestellen fahren Shuttle-Busse zur Oberpfalzhalle und auch wieder zurück. Wer mit dem Auto zur Oberpfalzhalle fahren möchte, kann dies tun: Parkplätze sind vorhanden.

Wer Medikamente, Säuglings- oder Spezialnahrung benötigt, sollte diese mitnemen. Auch Ausweispapiere sollten eingepackt werden.

Ist meine Wohnung / mein Haus während der Evakuierung sicher?

Die Polizei sperrt den evakuierten Bereich ab und bleibt in dem geräumten Gebiet präsent. Sie sorgt für die Sicherheit der Gebäude. Unterstützt werde die Schwandorfer Inspektion dabei durch Kräfte umliegender Polizeistandorte, sagte der Schwandorfer Polizeichef Armin Kott der Redaktion. 

Was passiert mit den Patienten des Krankenhauses St. Barbara?

Das Krankenhaus St. Barbara nimmt bis Samstag, 6 Uhr, Patienten an der Notaufnahme an. Sollte ein längerer stationärer Aufenthalt notwendig sein, werden die Patienten schon jetzt ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder nach Regensburg gebracht. Beinahe alle Patienten, die aktuell im Krankenhaus sind,  können bis Freitag regulär entlassen werden oder wurden bereits entlassen.

Nach bisherigem Stand müssen bis Freitag lediglich 14 Patienten zur Weiterbehandlung nach Regensburg verlegt werden. Am Samstag um 8 Uhr soll das Krankenhaus geräumt sein.

Das Krankenhaus St. Barbara hat bis Samstag (jeweils 8 bis 16 Uhr) eine Notfallnummer geschaltet, an die sich Patienten oder Angehörige wenden können und unter der Mitarbeiter des Krankenhauses erreichbar sind. Die Nummer lautet 09431/45-334 . Das Haus informiert laufend im Internet.

Wohin können sich Schwangere und werdende Eltern wenden?

Der Kreißsaal an St Barbara bleibt bis Donnerstag, 28. September, 12 Uhr, in Betrieb. Für die Zeit bis zur Entschärfung der Fliegerbombe am Samstag, 30. September,  können sich Schwangere und werdende Eltern dann unter der eigens eingerichteten Hotline 09431/45-331 rund um die Uhr an eine erfahrene Hebamme wenden. Bei Bedarf organisiert die Hebamme eine qualifizierte Versorgung der Frauen in der Kuno-Kinderklinik St. Hedwig in Regensburg, damit Mutter und Kind jederzeit in guten Händen sind.

Wohin kann ich mich bei einem medizinischen Notfall wenden? 

Bei dringenden Notfällen sollen Patienten wie gewohnt die Notrufnummer 112 wählen. Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) am Krankenhaus bleibt bis Samstag um 6 Uhr rund um die Uhr geöffnet. Ab Samstag, 6 Uhr, sind Notaufnahme und Bereitschaftspraxis des Krankenhauses St. Barbara geschlossen. Alle Rettungsdienste sind über die Ausnahmesituation informiert. Die Versorgung wird während dieser Zeit über umliegende Krankenhäuser sichergestellt. Wer einen Bereitschaftsarzt benötigt, kann sich wie immer an die Nummer 116 117 wenden.

Was bedeutet "die Bombe wird entschärft"?

Die Bombe dürfte vom Bombenangriff auf die Stadt am 17. April 1945 stammen. Sie stellt zwar nach Einschätzung der Sprengmeister vom Kommando Nürnberg keine akute Bedrohung dar, muss aber entschärft werden. Die Sprengmeister werden den Zünder aus der Bombe entfernen. Am Samstag soll der ausgebaute Zünder vor Ort gesprengt werden. Deshalb ist mit einer kleinen Detonation zu rechnen. Diese bedeutet nicht, dass etwas schief gelaufen ist.

Wann ist mit der Entschärfung der Bombe zu rechnen? 

Die Entschärfung der Bombe beginnt, wenn die Evakuierung abgeschlossen ist. Das soll am 30. September spätestens um 12 Uhr der Fall sein. Die Räumung wird nach der Entschärfung der Bombe durch die Polizei oder Feuerwehr aufgehoben. Bislang gehen die Verantwortlichen davon aus, dass dies gegen 14 Uhr sein wird. 

Wer entschärft die Bombe?

Sprengmeister ist an diesem Tag Michael Weiß vom Sprengkommando Nürnberg. Er hatte die Bombe auch am Fundtag schon inspiziert.

Bild: Hösamer

Kann ich mein Auto im Evakuierungsbereich stehen lassen?

Ja. Allerdings kann es erst abgeholt werden, wenn die Sperrungen wieder aufgehoben sind.

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