Förderschultag
Lerneffektivität steigern

Konrektorin Monika Frank (Dritte von rechts) leitete den Workshop "Collagen". Die Teilnehmer waren eifrig bei der Sache. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
15.10.2017
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"Lernen lässt sich nicht verhindern", stellt Dr. Klaus Zierer fest. Mit einer professionellen Unterrichtsmethode lasse sich allerdings die Effektivität des Lernens steigern, betonte der Ordinarius für Schulpädagogik.

(rhi) Heterogene Gruppen verlangten nach "individueller Förderung", sagte der Professor der Universität Augsburg bei der Eröffnung des 10. Schwandorfer Förderschultages am Freitag im ZMS-Veranstaltungssaal. Bevor er mit seiner methodischen Arbeit beginne, müsse der Lehrer den Leistungsstand der einzelnen Schüler kennen und immer wieder aufs Neue überprüfen. "Gehen Sie mit wachem Auge durch das Klassenzimmer", riet der Autor der Hattie-Studie den Lehrern. In dieser Untersuchung weist Zierer auf die Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit für den Lernerfolg hin .

Das intensive Üben bleibe nach wie vor die wirksamste Lernmethode, so der Wissenschaftler. Welche Rolle spielen dabei die digitalen Medien? Der Computer als reiner Informationsträger führe nicht automatisch zu größerem Lernerfolg, ist Zierer überzeugt. Dienlich sei das Internet dagegen zur Erarbeitung und Verknüpfung von Informationen. Der Referent ist sich der wachsenden Herausforderung der Pädagogen bewusst und stellt fest: "Der Lehrer scheitert mehrmals am Vormittag". Er müsse ständig überprüfen, "ob die eingesetzten Methoden beim einzelnen Schüler auch wirksam sind".

Individuelle Förderung setze aber die Diagnose voraus, ist Professor Dr. Erwin Breitenbach überzeugt. Der stellvertretende Direktor des Instituts für Rehabilitationswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin gab den Lehrkräften Testmaterial an die Hand, mit dem sie den Leistungsstand des einzelnen Schülers in Deutsch und Mathematik überprüfen können.

Sonderschulrektor Michael Zirngibl hatte zur 10. Auflage erstmals eine Abendveranstaltung vorgeschaltet und begrüßte dazu namhafte Vertreter der Schulaufsicht. Der Leiter der Schulabteilung bei der Regierung der Oberpfalz, Thomas Unger, war in Begleitung der Sachgebietsleiter Stefan Fricker und Christina Bergmann gekommen. Die Gymnasien vertrat Ministerialbeauftragter Franz-Xaver Huber. Den Landkreis repräsentierte stellvertretender Landrat Joachim Hanisch, den Zweckverband Müllverwertung stellvertretender Geschäftsführer Franz Grabinger.

Am Workshop-Tag in den Räumen des "Sonderpädagogischen Förderzentrums" in Ettmannsdorf beteiligten sich am Samstag 170 Lehrer aller Schularten. Das Angebot war breit-gefächert und reichte von der Sprachförderung über musische Erziehung bis zur Förderung lernschwacher Kinder. Die Konrektorin der St. Gunther-Förderschule in Cham, Monika Frank, leitete den Kunst-Workshop und erstellte mit den Teilnehmern eine Collage zum Thema "Ich bin Teil dieser Welt". Mit den Techniken "Reißen, Schneiden, Kleben" entstanden Kunstwerke aus natürlichen Materialien. "Collagen fördern die Kreativität der Kinder", gab Monika Frank den Lehrerkollegen mit auf den Weg.

Gehen Sie mit wachem Auge durch das Klassenzimmer.Professor Dr. Klaus Zierer
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