11.04.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Gericht schickt rauschgiftabhängige Frau (45) erst einmal zu einer Therapie Entzug dringender als Strafe

Amberg/Schwandorf. Für die Entscheidung der Dritten Strafkammer des Amberger Landgerichts war es nach Ansicht der Richter "hoch an der Zeit". Sie schickten eine mehrfach vorgeahndete Schwandorferin in den Drogenentzug. Die 45-Jährige ist hochgradig rauschgiftabhängig. Als sie nun zum wiederholen Mal in einem Gerichtssaal saß, ging es eigentlich nur darum, die Höhe einer Haftstrafe anzufechten, die sie vor einiger Zeit vom Schwandorfer Amtsgericht erhalten hatte. Der Kammervorsitzende Gerd Dreßler sah in den Akten nach und fand heraus, dass es nicht nur um diese damals verhängten vier Monate ging. Weitere drei Monate standen aus einer Vorverurteilung zur Bewährung offen. Auch sie waren wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ins Urteil geschrieben worden. Daraus hatte die Strafkammer jetzt eine sogenannte Gesamtstrafe zu bilden. Das tat sie auch und verhängte ein halbes Jahr Haft. Doch bei dieser neuerlichen Entscheidung gingen die Richter einen Schritt weiter. "Was man bei Ihnen fand, waren jede Menge an Drogen. Hart an der Grenze zum Verbrechenstatbestand", führte Gerd Dreßler der Frau die Tragweite vor Augen.

von Autor HWOProfil

Deswegen entschied sich die Strafkammer zu einem Schritt, der noch viel weiter reichte, als die ursprünglichen sechs Monate Gefängnisaufenthalt. Sie schickte die 45-Jährige für zwei Jahre in einen sogenannten geschlossenen Drogenentzug. Das kam auch dem Wunsch der Angeklagten entgegen. "Nur so können Sie loskommen vom Rauschgift", ließ der vorsitzende Richter erkennen. Bei einer erfolgreich absolvierten Therapie liege es später durchaus im Bereich des Machbaren, dass die 45-Jährige letztendlichen dann doch nicht in eine Frauenhaftanstalt zu einer Freiheitsstrafe einrücken müsse.

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