16.10.2017 - 20:10 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Gerichtsverhandlung gegen 37-jährigen Unfallfahrer vertagt – Angeklagter hüllt sich in Schweigen Warten auf Gutachten

Schwandorf/Wernberg. Die einen sagten, es sei ein dumpfer Knall gewesen, andere vernahmen lautes Knattern. Auf der Autobahn A 6 streifte ein Lkw-Gespann einen von Arbeitern aufgestellten Warnanhänger. Der Schaden betrug 8000 Euro. Doch der Mann setzte seine Fahrt fort. Es gab in der Vergangenheit etliche solcher Vorfälle, manchmal mit Toten und Verletzten.

von Autor HWOProfil

Auf der A 6 unweit des Rastplatzes Wittschau (Markt Wernberg-Köblitz) blieb es am 21. November 2016 bei einem hohen Sachschaden. Ein 37-Jähriger kam aus Richtung Waidhaus mit seinem gelben Lkw-Gespann, erkannte einen von drei auf der rechten Fahrspur aufgestellten Warnanhängern der Autobahnmeisterei zu spät und touchierte den Hänger. Ein lauter Knall war vernehmbar, Trümmer flogen.

Die vor Ort per Hebebühne an einer Brücke zu Überprüfungsmaßnahmen eingesetzten Arbeiter kamen mit dem Schrecken davon. Sie sahen noch, wie der Unfallverursacher sein Gespann auf den Standstreifen zog und dann unverzüglich seine Tour in Richtung Autobahnkreuz Wernberg-Köblitz fortsetzte. Nicht lange danach leitete die zuständige Verkehrspolizei Amberg eine Fahndung ein. Weil das Kennzeichen des Anhängers bekannt war, wurde das Gespann bei Langwasser im Raum Nürnberg gestoppt. Unfallspuren waren deutlich erkennbar.

Der Fahrer sagte nichts. Er schwieg auch jetzt, als der Schwandorfer Richter Thomas Heydn wegen Unfallflucht gegen ihn verhandelte. Das kam wohl nicht von ungefähr: In einem von ihm angefochtenen Strafbefehl war dem Berufskraftfahrer zuvor zehn Monate der Führerschein entzogen worden. Im Sitzungssaal wurde hart gerungen. Und das, obwohl eigentlich unstrittig war, dass es sich bei dem knallgelben Lastwagengespann um das verursachende Fahrzeug handelte. Weil der Fahrer keinerlei Fragen beantworten mochte und eisern schwieg, brach Richter Heydn den Prozess ab.

Nun soll ein Kfz-Sachverständiger eine Antwort darauf geben, ob der 37-Jährige den Anprall hören konnte. Damit steht fest: Alle Zeugen, die großteils von einem lauten Knall gesprochen hatten, müssen noch einmal kommen, wenn die Expertise vorliegt. An der Arbeitsstelle der Autobahnmeisterei Vohenstrauß waren drei Warnanhänger aufgefahren. In den letzten von ihnen war das gelbe Lkw-Gespann gekracht.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.