14.05.2017 - 16:54 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Großübung Krankenhaus schlägt Alarm

Großeinsatz für die Rettungskräfte im Krankenhaus St. Barbara am Samstagvormittag. Es brennt. Der 1. Stock von Haus 6 ist völlig verqualmt. Patienten und Krankenhausmitarbeiter werden evakuiert. Über 100 Feuerwehrleute und Sanitäter sind im Einsatz.

von Irma Held Kontakt Profil

(ihl) Zum Glück ist es nur eine Übung, denn Haus 6 wird in den nächsten Wochen abgerissen und bietet die beste Gelegenheit für ein realitätsnahes Übungsszenario. Dessen Schwerpunkt liegt für die Feuerwehr bei der Evakuierung nicht beim Löschen. Im Fokus stehe außerdem das Zusammenspiel zwischen Krankenhaus, Feuerwehr und Rettungsdienste, sagt der Brandschutzbeauftragte des Krankenhauses Günter Edenhart.

Alarmierung um 8.55 Uhr

Um 8.55 löst die Integrierte Rettungsleitstelle (ILS) Alarm aus. Zu diesem Zeitpunkt sind die Statisten - Mitglieder der Schwandorfer Jugendfeuerwehr - bereits geschminkt an Ort und Stelle, ist die Nebelmaschine, die im ersten Stock für die Rauchentwicklung sorgt, angeworfen. Chefärztin Dr. Regina Birk und Stationsleiter Hubert Forster müssen im zweiten Stock bei einem Schlaganfall- und einem Intensivpatienten, die an Geräte angeschlossen sind, ausharren. Sie müssen die Retter anweisen, wie sie die Kranken zu transportieren haben. "Hier haben die Ärzte das Sagen", erklärt Thassilo Dimpfl von der Feuerwehr Schwandorf Krankenhausgeschäftsführer Dr. Martin Baumann.

Anlaufpunkt ist für die als Erstes am Krankenhaus eintreffenden Feuerwehrleute das Feuerwehrtableau am Haupteingang. Dort befinden sich nach den Worten von Krankenhaussprecherin Caroline Kappes Generalschlüssel und Pläne, die bei jedem Umbau aktualisiert werden. Weitere Feuerwehren und Rettungskräfte von BRK und Johanniter fahren vor Haus 6. Die Drehleiter wird ausgefahren. Atemschutzträger bergen die ersten hustenden, Ruß geschwärzten, humpelnden Patienten und Bediensteten. Feuerwehrleute bringen einen Verletzten wieder zurück, mit dem Hinweis: "Das sollen andere machen". Der Grund: An der Bergung sollen möglichst viele beteiligt sein, denn im Ernstfall werden viele gebraucht. 14 Atemschutzträger kommen zum Einsatz. Die Intensivpatienten werden mit einer am Drehleiterkorb befestigten Trage geborgen. Hier hakt es leicht. Die beiden Atemschutzträger können die Trage nicht sofort vom Korb lösen. "Genau dafür sind solche Übungen da", bemerkt Edenhart. "Eine Übung, bei der alles hundertprozentig läuft, wäre nicht normal."

Weitere Übungen folgen

Doch Patienten und Bedienstete werden routiniert gerettet, zum Sammelpunkt, einem bei der Schwesternschule aufgebauten Zelt gebracht. In welche Krankenhäuser sie verlegt werden, organisiert und entscheidet die Rettungsleitstelle. "Im Ernstfall", sagt Edenhart, "kommt auch der Hubschrauber und ein Intensivbus." Darauf wurde am Samstag verzichtet. Die echten Patienten und Mitarbeiter im Krankenhaus wurden mit Mitteilungen über die Übung informiert. Aufsteller am Eingang wiesen ebenso wie Durchsagen auf den Sicherheitstest hin. Diesem werden heuer weitere folgen, zum Beispiel die Evakuierung der OP-Säle.

Fakten zur Übung

"Drehbuchautoren": Helmut Mösbauer, Thassilo Dimpfl, Klaus Brunner (Feuerwehr Schwandorf), Matthias Eichinger (BRK), Günter Edenhart (Krankenhaus St. Barbara). Aufgabenstellung : Bergung von drei liegenden Personen aus dem Erdgeschoss; Evakuierung von zehn Mitarbeitern aus dem ersten Stock; Rettung einer "Intensivpatienten"-Puppe und einer "Schlaganfallpatienten"-Puppe aus dem zweiten Stock, Rettung zweier Verletzter und dreier Puppen aus dem dritten Stock. Einsatzkräfte: Feuerwehren Schwandorf, Krondorf, Dachelhofen, Ettmannsdorf und Haselbach. Büchelkühn und Klardorf sind auf Standby, um den Brandschutz aufrecht zu erhalten; BRK und Johanniter. Darsteller: Mitglieder der Jugendfeuerwehr Schwandorf, geschminkt von der Maskenbildnergruppe des BRK Maxhütte. (ihl)

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