Hauptversammlung des Betreuungsvereins
Fürsorge frühzeitig regeln

Die hauptamtlichen Betreuerinnen Waltraud Brettner und Rita Sebald (von links) überstimmten ihren Vorsitzenden Dr. Wolfgang Gorek (rechts), der sich für eine moderatere Beitragserhöhung ausgesprochen hatte. Bild: Hirsch
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Schwandorf
09.12.2016
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"Für eine Betreuungsvollmacht ist es nie zu früh, aber häufig zu spät": Rita Sebald vom Betreuungsverein Schwandorf rät jedem Bürger ab dem 18. Lebensjahr, auf einem Vordruck frühzeitig kundzutun, wem er im Falle von Krankheit oder Unfall die Fürsorge überträgt. Sonst könnte es Probleme geben.

Bei der Hauptversammlung des Betreuungsvereins am Donnerstag in den Räumen der Lebenshilfe sagte Sebald, dass das Gericht einen Betreuer einsetzt, wenn keine schriftliche Vollmacht vorliegt. Das koste Geld und berge Risiken in sich, so die hauptamtliche Betreuerin.

2355 Betreuungsfälle sind im Landkreis registriert. Drei Viertel der Betreuer stammen aus dem familiären Umfeld der Betroffenen, den Rest übernehmen vom Gericht bestellte Vereins- oder Berufsbetreuer. Zwei, die von Berufs wegen "betreuen", sind Rita Sebald und Waltraud Brettner vom Betreuungsverein der Lebenshilfe. Sie haben aktuell 69 Personen im Alter zwischen 24 und 86 Jahren unter ihrer Obhut und kümmern sich um das Wohnumfeld, die wirtschaftlichen Angelegenheiten und die Gesundheitsvorsorge und vertreten die Betroffenen vor den Behörden. Rita Sebald empfahl zusätzlich eine Vollmacht für die finanziellen Dinge, "denn die Banken erkennen die Vorsorgevollmacht oft nicht an". Zu den Querschnittsaufgaben des Vereins zählt sie die Gewinnung, Beratung und Fortbildung von ehrenamtlichen Betreuern.

Mitarbeiter gesucht

Im Landkreis kümmern sich insgesamt 25 hauptamtliche Betreuer und 41 ehrenamtliche Mitglieder des Betreuungsvereins um Menschen, die Hilfe benötigen. Sie erhalten eine jährliche Aufwandsentschädigung von 399 Euro pro betreute Person. Zur Gewinnung ehrenamtlicher Betreuer steht der Verein mit der Freiwilligenagentur in Kontakt und wirbt mit Flyern in öffentlichen Einrichtungen. "Vor allem im nördlichen und östlichen Landkreis suchen wir dringend nach Mitarbeitern", gab Rita Sebald zu verstehen.

Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt seit der Vereinsgründung vor 26 Jahren 10,50 Euro. Die Versammlung beschloss eine Anhebung auf 15 Euro. Nur Vorsitzender Dr. Wolfgang Gorek konnte sich nicht anschließen. Er hatte sich für eine "moderatere Erhöhung" ausgesprochen. Der Betreuungsverein hat 93 Mitglieder.

150 Mitglieder

Die hauptamtliche Mitarbeiterin des Hospizvereins für die Stadt und den Landkreis, Claudia Burger, berichtete über die Arbeit der 36 Sterbebegleiter, die in diesem Jahr 56 Menschen betreut haben. Aktuell kümmern sich die Mitarbeiter um 19 schwer kranke Menschen und deren Angehörige. Der Hospizverein hat 150 Mitglieder.
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