23.06.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Im zweiten Anlauf: Geldstrafe für 24-Jährigen Üble Attacken mit Pfefferspray

Er führte sich grundlos auf wie ein Berserker, sprühte mit Pfefferspray um sich und brachte damit mehrere seiner polnischen Landsleute ins Krankenhaus. Jetzt, drei Jahre nach den Attacken, erschien der Täter vor Gericht. Er bekam eine hohe Geldstrafe.

von Autor HWOProfil

Der Mann ist heute 24 Jahre alt. Nach seinen im Jahr 2014 in Schwandorf stattgefundenen Übergriffen tauchte er ab, ging zurück in sein Heimatland und wurde irgendwann mit einem sogenannten Sitzungshaftbefehl gesucht. Diese richterliche Anordnung wurde heuer im März vollstreckt. Der junge Mann ging deutschen Behörden ins Netz, kam vor die Schwandorfer Jugendrichterin Petra Froschauer und konnte mit der strikten Weisung gehen, er habe zu einem neu angesetzten Verhandlungstermin zu erscheinen. Das tat er nun auch.

Vier Verletzte

Was ihm Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier vorhielt, waren zwei massive Attacken auf Landsleute. Der damals 20-Jährige hatte zwei Mal kurz nacheinander eine Wohnung in der Schwandorfer Innenstadt besucht, wo zu dieser Zeit Bekannte von ihm lebten. In beiden Fällen ging er grundlos gegen die teilweise schlafenden Leute vor, zog ein Pfefferspray aus der Tasche und sorgte so für Verletzungen bei vier Männern. Zwei von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden und waren für eine Weile arbeitsunfähig.

Grund bleibt im Dunkeln

Die damals geschädigten Personen haben heute offenbar kein gesteigertes Interesse mehr an einer Strafverfolgung. Nur einer von ihnen erschien, als jetzt vor der Jugendrichterin Petra Froschauer wegen gefährlicher Körperverletzung verhandelt wurde. Im Verlauf des Prozesses legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Den Anlass für seine Attacken nannte er nicht.

Oberstaatsanwalt Strohmeier beantragte 6400 Euro Geldstrafe. Die Richterin reduzierte diesen Betrag im Urteil auf 4800 Euro. "Sie haben grundlos mit einem gefährlichen Werkzeug angegriffen", beschrieb sie die beiden Taten. Erst ganz zum Schluss der Verhandlung hatte sich ergeben: Der 24-Jährige hält sich derzeit erneut in Deutschland auf. Er arbeitet in einem Supermarkt bei Hamburg als Metzger.

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