09.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

"Internationaler Frauentag" Kokett, adrett, nicht immer nett

Unter die Damen im voll besetzten Saal der Fronberger Brauereiwirtschaft mischten sich beim Frauentag am Donnerstag sich auch einige prominente Männer. Katja Ertl, Regionalsekretärin des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Oberpfalz, sieht darin einen Beweis, "dass feministische und emanzipatorische Perspektiven nicht nur Frauensache sind, sondern alle angehen".

Die "Weibsbilder" Gisela, Edeltraud und Ursel (von links) begeisterten bei der Veranstaltung zum Weltfrauentag mit ihrem neuen Programm "Backstage". Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bei der Veranstaltung zum "Internationalen Frauentag" nahm Katja Ertl die Politik und die Gewerkschaften in der Pflicht und forderte sie auf, die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. "Arbeitszeiten müssen zum Leben passen", betonte die DGB-Vertreterin. Alle Frauen und Männer sollen einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeitarbeit haben, so ihre Forderung. Unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten in einem Betrieb.

Nina Golf, wissenschaftliche Referentin beim "Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern", blickte auf "eine 100-jährige Geschichte gelebter Demokratie" zurück. Seit 1918 dürfen auch die Frauen wählen. Dennoch gehe "da immer noch was", stellte Nina Golf fest.

Rollen aufbrechen

Sie sieht die Unterrepräsentation der Frauen in der Politik eng verzahnt mit der nach wie vor bestehenden gesellschaftlichen Ungleichheit, die wiederum auf der geschlechtsspezifischen Arbeits- und Rollenverteilung beruhe. Die KDA-Vertreterin appelliert deshalb an die Frauen, bei den bayerischen Landtagswahlen die weiblichen Kandidaten anzukreuzen. "Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel", machte die Referentin deutlich.

Im Kulturteil der Veranstaltung präsentieren die "Weibsbilder" ihr neues Programm "Backstage". Die Frauen von heute seien kokett und adrett, aber nicht immer nett, lassen Edeltraud, Ursel und Gisela verlauten. Auf der Bühne schlüpften die "Weibsbilder" in Rollen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie haben die Trends der Zeit im Visier und vor allem den Mann. "Ich brauch an Mo, der mir das Wasser reichen ko, der mir den Siphon richten kann und auch das Clo", singt Ursula in ihrem rot-schwarz gemusterten Kleid im Vintage-Stil.

Was auf dem Teller liegt...

Ob es sich nun um banale Dinge, lokale Geschehnisse, deutsche Politik oder weltweite Ereignisse handelte, die Kabarettistinnen bewegten sich zwischen Freundlichkeiten und Bösartigkeiten. Bekannte Melodien peppten sie mit witzigen Texten auf und unterstrichen die Inhalte mit Mimik, Gestik und schwungvolle Tanzeinlagen. Begleitet vom Pianisten Thomas Basy. Auf die Melodie des Peggy-March-Schlagers "Was so alles geschieht, in der Carnaby Street" reimten sie: "Was man alles so sieht, was auf dem Teller so liegt". Sie haben damit die Qualität der Lebensmittel mit Dioxin-, Pestizid- oder Glyphosat-Rückständen im Visier und kommen zu dem Schluss: "Und an allem schuld ist nur der Christian Schmid".

Aus einem geplanten Urlaub, den die "Weibsbilder" gemeinsam verbringen wollen, wird leider nichts. Die Chefarztgattin Edeltraud befindet sich in einer Ehekrise, die taffe Gisela entpuppt sich als Helikopter-Mutter, und Ursula kultiviert ihre Rundungen für ihren neuen Schwarm. Mit "Fein sein, Weibsbilder bleiben" entließ das Trio die Frauen wieder in den Alltag.

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