22.11.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Kindermitbringtag" am schulfreien Buß- und Bettag Von der Schulbank in die Firma

Für Kinder eine Freude, für Eltern oft ein Problem: Der Buß- und Bettag ist schulfrei. Wenn Oma und Opa nicht einspringen können, müssen berufstätige Väter und Mütter also entweder einen Tag freinehmen, oder Organisationsgeschick beweisen. Im Landkreis Schwandorf gibt es seit elf Jahren eine andere Lösung.

Auch ein Besuch in der Backstube stand beim "Kindermitbringtag" auf dem Programm. Bild: Hirsch
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

(tib/rhi/plcs) Papa oder Mama bei der Arbeit über die Schulter schauen und einen schönen Tag zusammen mit anderen Kindern verbringen: Etliche Unternehmen, Behörden und auch Kommunen im Landkreis bieten am schulfreien Buß- und Bettag den sogenannten "Kindermitbringtag" zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. Den Startschuss für diese Aktion im Landkreis gab vor elf Jahren das Landratsamt. Unter dem Dach des lokalen "Bündnisses für Familien" wurde der "Kindermitbringtag" dann ausgeweitet. Wie viele Unternehmen, Behörden oder Kommunen sich am gestrigen Buß- und Bettag daran beteiligt haben, kann Helga Forster, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schwandorf, wegen ausbleibender Rückmeldungen noch nicht sagen, wohl aber: "Es werden mehr".

Im Boot sind zum Beispiel auch die Städte Schwandorf, Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof. Sie bieten den "Kindermitbringtag" für alle Bürger an. Zum Beispiel im örtlichen Jugendtreff oder in einem Mehrgenerationenhaus werden die Kleinen dann unterhalten, während Mama und Papa in der Arbeit sind. Dass das Angebot ankommt, zeigen zum Beispiel Zahlen aus dem Landratsamt: Zwischen 28 und 34 Kinder nutzen laut Helga Forster in jedem Jahr die Gelegenheit, ihren Eltern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, gemeinsam mit dem Landrat zu frühstücken und danach einen abwechslungsreichen Tag zu verbringen. Die Rückmeldungen von den Eltern sind positiv: "Sie sind froh darüber, dass sie nicht Urlaub nehmen müssen und ihre Kinder ihre Arbeitsstelle kennenlernen, von der daheim immer erzählt wird", unterstreicht die Gleichstellungsbeauftragte.

Auch gestern hatten die Eltern vielerorts die Möglichkeit, ihre Sprösslinge mit in die Arbeit zu nehmen. 13 Kinder von Mitarbeitern der Agentur für Arbeit in Schwandorf verbrachten den schulfreien Buß- und Bettag zunächst in der Bäckerei Scherl und anschließend an der Arbeitsstelle ihrer Eltern. Bäckermeister Kurt Scherl kümmerte sich persönlich um die Mädchen und Buben und half ihnen beim Brezen-Backen. Nach der Brotzeit in der Bäckerei ging es zurück zur Agentur. Dort gestalteten die Kinder Rahmen für die Fotos, die Begleiterin Dorothea Seitz-Dobler zuvor gemacht hatte.

Zum ersten Mal dabei war in diesem Jahr die Firma "EMZ-Hanauer" in Nabburg. 13 Kinder von Mitarbeitern kamen mit in die Firma, wo sie von vier Betreuerinnen der GFI in Weiden unterhalten wurden. Die Kinder hatten augenscheinlich ihren Spaß in dem großen Raum, der eigentlich als Besprechungsraum dient, für diesen Tag aber ausgeräumt wurde. "Wir möchten gute Arbeitgeber sein für den Beruf und die Familie", bemerkte Personalreferent Markus Block bei einem Rundgang. Der Mitbringtag sei auch ein Test, um zu sehen, wie die Betreuung von den Mitarbeitern und den Kindern angenommen wird. Nächstes Jahr in den Pfingst- oder Sommerferien ist eine Wiederholung angedacht - dann aber eine ganze Woche lang.

Seit diesem Jahr gibt es eine weitere Neuerung bei der EMZ in Nabburg: ein Eltern-Kind-Zimmer. "Dieses Zimmer kann für ein bis zwei Kinder genutzt werden, wenn die Betreuung ausfällt", erklärte Markus Block. Am Mittwoch wurde es belegt vom zweijährigen Dominik und seinem Vater Stephan Haberl.

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