10.05.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kriminalstatistik für Schwandorf Zahl der Delikte steigt an

Die Kriminalstatistik in Schwandorf entwickelt sich seit Jahren gegen den Trend. Während die Straftaten bundesweit zurückgehen, steigt die Zahl der Delikte in der Großen Kreisstadt kontinuierlich an. 2017 um weitere zehn Prozent.

Oberbürgermeister Andreas Feller (stehend) ließ sich von Inspektionsleiter Armin Kott (links) und Verkehrssachbearbeiter Dieter Jäger (rechts) die Kriminal- und Verkehrsstatistik erläutern. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Polizei verzeichnete insgesamt 2045 Vergehen und damit um 178 mehr als im Jahr zuvor. Ein Drittel der Straftaten waren Diebstähle. Für Inspektionsleiter Armin Kott ist das nicht ungewöhnlich. Schulzentrum, Wohngruppen, Asylbewerber - Schwandorf sei ein Brennpunkt für Diebstahlkriminalität. Der Erste Polizeihauptkommissar spricht von "amtsbekannten Stammkunden, die uns wehtun, aber nicht gleich weggesperrt werden können".

Mehr beschädigte Autos

Die Wohnungseinbrüche (zehn) dagegen waren im vergangenen Jahr rückläufig. Einen rumänischen Täter, "der in der Oberpfalz herum gestreunt ist", konnte die Polizei anhand von DNA-Spuren überführen. Die Aufrüstung der Wohnungseigentümer in Sachen Sicherheit, die Aufklärung durch die Polizei und die erhöhte Wachsamkeit der Nachbarn machten sich bemerkbar, so der Inspektionsleiter. Gravierend angestiegen sind im vergangenen Jahr die Fälle der Autobeschädigungen. Von 57 auf 107. Auch die Diebstähle aus dem Auto nahmen um 49 auf 124 zu. Eine nicht unerhebliche Rolle spiele dabei die Beschaffungskriminalität. Ladendiebstähle wurden 91 angezeigt. Ein Beweis, "dass die Kaufhäuser verstärkt Detektive einsetzen".

Beleidigungen (171), Bedrohungen (51) und Nötigungen (49) fallen unter die Rubrik "sonstige Straftaten", die mit insgesamt 879 Delikten eine neue Rekordhöhe erreichten. Gegen 217 Asylbewerber wurde wegen Körperverletzung, Diebstahl, Drogen und Beleidigung ermittelt. Während die Polizei bei den Körperverletzungen eine hohe Aufklärungsquote verzeichnete, "weil meistens eine Opfer-Täter-Beziehung vorausging", war sie bei den Sachbeschädigungen (239 Fälle) mit 24,3 Prozent eher gering. Von den 211 Unfallfluchten konnten 72 geklärt werden. 27 ereigneten sich auf dem Globus-, 13 auf dem Rewe-Parkplatz. Dazu der Kommentar des Verkehrssachbearbeiters Dieter Jäger: "Die Unfallflüchtigen wissen offensichtlich nicht, dass sie eine Versicherung haben". Deutlich zurück gingen die Unfälle, in denen Alkohol im Spiel war. Von 75 auf 55. Der Kontrolldruck, den die Polizei zunehmend aufbaue, zeige Wirkung, so Jäger. Das gleiche gelte für die Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Zahl der Verkehrsunfälle sank von 1083 auf 1018.

1116 Anzeigen

Einen Hinweis auf die allgemeine Sicherheitslage gibt die Häufigkeitszahl. In der Oberpfalz waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 4,2 pro 1000 Bürger von einer Straftat betroffen, in der Stadt Schwandorf dagegen 6,6. Die Aufklärungsquote liegt in der Oberpfalz bei 68,7, in Bayern bei 66,8 und in der Stadt Schwandorf bei 64,8 Prozent. Mit 41 Beamten liege die Inspektion Schwandorf "leicht unter dem Soll", versicherte Armin Kott. Er erwartet kurzfristig aber keine personelle Aufstockung. Weitere Zahlen aus der Statistik: Die Beamten der Inspektion mussten im vergangenen Jahr 3793 Vorgänge bearbeiten, sprachen 97 Fahrverbote aus, verteilten 1177 Punkte, "trieben" 180 590 Euro an Bußgeldern ein, erteilten 2677 Verwarnungen, schrieben 1116 Anzeigen und nahmen 175 Geschwindigkeitsmessungen vor.

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