Kritische Stimmen bei Islam-Diskussion
Harte Worte bei der KAB

Marianne Brandl, Leiterin der Fachstelle für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Diözese Regensburg, sprach beim KAB-Kreisverband Schwandorf. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
15.09.2017
49
0

"Die Christen sind die Guten, die Muslime die Bösen". Mit dieser Schwarz-Weiß-Malerei hat Marianne Brandl nicht gerechnet. Die Leiterin der Fachstelle für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Diözese Regensburg erfuhr aus dem Kreis der Katholischen Arbeitnehmerbewegung: "Die Bibel ist ein Friedensbuch, der Koran ein Gewaltpamphlet".

Eine Dame aus dem Zuhörerkreis, der sich bei einer Veranstaltung der KAB-Senioren am Mittwoch im Vereinsheim der Eichhornschützen traf, widersprach dem Herrn aus Schmidgaden: "Die Christen sind nicht die Guten, sie haben Millionen von Juden vergast". Auch die Referentin, die zum Thema "Aus dem Reichtum religiöser Themen schöpfen" sprach, gestand ein: "Die Christen haben im Laufe der Geschichte den Namen Gottes zur Gewalt missbraucht". Sie empfiehlt den katholischen Verbänden, sich mit den unterschiedlichen Kulturen auseinanderzusetzen und zu arrangieren. Marianne Brandl erinnerte die Zuhörer an die Botschaft des Zweiten Vatikanischen Konzils, wonach die Katholische Kirche auch anderen Religionen "eine Glaubens- und Gotteserfahrung" zuspreche.

Das kritische KAB-Mitglied Andreas Deichl (Schmidgaden) wollte sich damit nicht abfinden: "Der Koran ist voller Widersprüche, was hat der Islam im Heiligen Land verloren". Und dass der Erzengel Gabriel, eine Figur des christlichen Gottes, sich dem Mohammed offenbart haben soll, "kann überhaupt nicht sein". Für die Muslime sei der Koran "Gottes Wort", Allahs authentische Sprache, so die Referentin. Die Schrift habe damit "sakramentale Begegnungsqualität". Die Bibel dagegen sei von Menschen geschrieben, hier habe "das Wort Gottes eine andere religiöse Dimension". Marianne Brandl versteht die Ängste und Sorgen mancher Christen vor den radikalen Muslimen, "die den Koran fundamentalistisch auslegen und missbrauchen ". Dennoch gelte es, genau hinzuschauen und nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Den Islam generell abzulehnen oder zu verteufeln, über diese Denkphase sei man im Christentum längst hinaus, so Marianne Brandl. Das ist fffensichtlich aber noch nicht bei allen Christen angekommen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.