"Kümmern Sie sich": Richterin zeigt Verständnis für plötzliche Helfersituation einer Zeugin
Zur Katzen-Fürsorge freigestellt

Symbolbild. (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Vermischtes
Schwandorf
28.08.2017
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Richter sind bei der Wahrheitsfindung auf Zeugen angewiesen. Von daher müssen sie mit Ordnungsgeldern vorgehen, wenn jemand seiner Pflicht nicht nachkommt. Diesmal allerdings, als gegen einen jungen Mann wegen Diebstahls verhandelt wurde, gab es einen Entschuldigungsgrund, den die Jugendrichterin Petra Froschauer akzeptierte und dazu auch noch zustimmend lächelte. Den Hintergrund schilderte sie.

Kurz vor dem Prozess war im Landratsamt, aus dem die Zeugin hätte kommen sollen, eine kleine Katze aufgetaucht. Das geschah offenbar in der Kfz-Zulassungsstelle. Einfach so hereinspaziert und plötzlich, weil herrenlos, zum Problem geworden. Was also tun?

Anruf im Tierheim.Antwort dort laut Petra Froschauers Bericht sinngemäß: "Aufnahmestopp wegen einer ausgebrochenen Katzenkrankheit." Mithin brauchte man ein Interims-Frauchen. Es nahte in Gestalt der bei der Behörde beschäftigten Dame. Allerdings rief sie vorher pflichtbewusst bei der Richterin an und schilderte ihre plötzlich eingetretene Helfersituation. Die Juristin signalisierte Verständnis und ließ der Zeugin wissen: "Kümmern Sie sich." Damit war sie quasi freigestellt zur Katzen-Fürsorge. Bei Bedarf, so schob die Jugendrichterin erklärend nach, könne man ja auch einen bereits schriftlich vorliegenden Bericht der Frau verlesen. Das war aber dann nicht notwendig. Der Angeklagte musste übrigens 300 Euro zahlen. Nutznießer dabei: Das Schwandorfer Tierheim.
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