25.10.2017 - 14:30 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landesamt für Umwelt stellt Ergebnisse vor Biotope im Landkreis kartiert

Über zwei Jahre Arbeit für eine umfangreiche Biotopkartierung. Am Dienstagnachmittag stellten Vertreter des Landesamts für Umwelt (LfU) die Ergebnisse vor. Mit dem umfassenden Erkenntnissen lassen sich Fragen beantworten wie: Wie viele Pflanzenarten gibt es im Landkreis Schwandorf? Wo sind Moore und Wiesen zu finden?

Etliche Interessierte folgten den Ausführungen über die Biotopkartierung im Landratsamt am Dienstag. Bilder: doz (2)
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die letzte Kartierung, bei der alle Biotope im Landkreis Schwandorf erfasst worden sind, liegt 25 Jahre zurück. Deshalb vergab das LfU - das unter anderem dafür verantwortlich ist, den Zustand der Umwelt zu erfassen und zu bewerten - im Jahr 2014 den Auftrag, die Daten zu aktualisieren. Die Erfassung dauerte bis August 2016 an. Das Ergebnis stellten Christian Tausch und Michael Stellmach vom LfU am Dienstag im Landratsamt detailliert vor. Das Ergebnis: Im Landkreis gibt es rund 2500 Biotope auf einer Fläche von etwa 5000 Hektar. Waldflächen waren dabei ausgeschlossen, weil dafür die Forstverwaltungen zuständig sind.

Damit folgt Schwandorf laut Stellmach dem bayernweiten Trend, dass sich die Biotopflächen erhöhen. Er sagte aber: "Das liegt vor allem an den veränderten Methoden bei der Kartierung. Es hat sich also nicht unbedingt draußen vor Ort etwas geändert." Als Grundlage für die Erfassung dienten Luftbilder, Karten und Software-Programme. Die Vorteile der Daten sind vielfältig: So können Genehmigungs- und Planungsverfahren beschleunigt werden, sie dienen als wichtige Arbeitsgrundlage der Naturschützbehörden und bieten Rechtssicherheit für Gemeinden, Verbände und Grundstückseigentümer. Mit der Biotopkartierung können außerdem Landschafts- und Grünordnungspläne durch die Gemeinden erarbeitet, eine Beurteilung von Eingriffen in Natur und Landschaft vorgenommen und Landschaftspflege- und Vertragsnaturschutzprogramme initiiert werden.

Die Erfassung zeigt, dass Biotope vor allem entlang von Fließgewässern wie der Naab, dem Regen oder der Schwarzach zu finden sind. "Deswegen heißen sie (die Fließgewässer; Anm. d. Red.) auch Lebensadern", sagte Stellmach. Auch das Charlottenhofer Weihergebiet ist reich an Biotopen. Dort gibt es beispielsweise die Pflanze namens "Herzlöffel", die bayernweit nur noch hier und in Mitteleuropa nur noch an vereinzelten Stellen zu finden ist.

___

Die Ergebnisse der Biotopkartierung sind unter folgenen Adressen zu finden:

www.lfu.bayern.de/natur fisnat.bayern.de/finweb

Daten und Zahlen

Die Biotopkartierung ergab für den Landkreis Schwandorf folgende Fakten:

Es gibt 2514 Biotope

Die Biotopfläche beträgt 4991 Hektar

Der Biotopanteil liegt bei 3,41 Prozent

Damit ist Schwandorf unter dem Bayern-Schnitt (außerhalb der Alpen), der bei 4,2 Prozent liegt

1442 Pflanzenarten wurden erfasst

289 zählen zu den gefährdeten Pflanzenarten, die auf der sogenannten "Roten Liste Bayern" stehen

210 weitere Pflanzenarten sind in der Vorwarnstufe der "Roten Liste Bayern". (doz)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.