22.03.2018 - 11:08 Uhr
Schwandorf

Leserbrief Feuerwehr: Anbau für Allrad-Lkw

Zur Debatte zwischen Freiwilliger Feuerwehr Schwandorf und Oberbürgermeister Andreas Feller nimmt ein Aktiver Stellung. Thema ist die Ausstattung eines Wechselladerfahrzeugs. Ein Allrad-Lkw mit aufgesatteltem Container passt laut Verwaltung nicht in die Feuerwehr-Garagen.

von Redaktion OnetzProfil

„Beim THW wurde umgebaut: Nachdem Ende 2009 ein neuer Mehrzweckkraftwagen (MzKW) an das THW Schwandorf ausgeliefert wurde, stand fest, dass die 1978 erbaute Fahrzeughalle umgebaut werden muss, da die Einfahrtshöhe von 3,70 Meter für den neuen Lkw nicht mehr ausreicht. Die Fahrzeughalle wird saniert und auf eine Höhe von 4,30 Meter umgebaut. (Quelle: THW SAD-Internet).
Gemäß der Darstellung des Oberbürgermeisters müsste das Gerätehaus der Feuerwehr (FF) Schwandorf komplett umgebaut bzw. saniert werden, was Millionen von Euro kosten würde. Wäre es hier vielleicht nicht sinnvoller, sich Gedanken um einen etwaigen Anbau zu machen? Ein solcher würde nämlich auch in die Förderrichtlinien des Freistaates Bayern fallen und somit bezuschusst werden, was eine erheblich kostengünstigere Variante wäre. Ein weiterer Vorteil könnte somit auch die Tatsache sein, dass man durch einen Anbau, das seit Jahren bekannte Platzproblem minimieren oder beheben könnte.

Dass die Feuerwehr Schwandorf bewusst ein Auge auf den Haushalt der Stadt wirft, zeigt sich an der Tatsache, dass man statt eines 18 000 Euro teuren, vollautomatisierten Lkw-Getriebes, ein Schaltgetriebe gewählt hat. Zum von OB Feller ausgewählten Straßenfahrgestell möchte ich anmerken, dass dieser hydraulische Vorderradantrieb bei einer Geschwindigkeit von über 25km/h abschaltet, was bedeutet, dass das Fahrzeug nur noch über einen Heckantrieb verfügt und somit von der Antriebsart einem Schulbus gleichzusetzen ist. Mit so einem Antrieb und der Größe und Gewicht des Fahrzeugs, möchte ich niemanden wünschen, dass er zum Beispiel nachts bei Schnee und Glätte auf den Weinberg zu Einsatz gerufen wird. Vom hydraulischen Vorderradantrieb hat uns ein Werkstattmeister einer Lkw-Werkstatt abgeraten. So ein Fahrzeug sollte und muss ja wieder mindestens 25 Jahre seinen Dienst leisten.

In Nachbarlandkreisen werden größere Feuerwehren wie Schwandorf mit Wechselladerfahrzeug plus Kran ausgestattet, um ihnen neue Rettungs- und Einsatzmöglichkeiten an die Hand zu geben, nur in Schwandorf ist in diesem Punkt die Zeit stehen geblieben. Nach Feierabend und am Wochenende erreicht man keinen Bauhof-Lkw-Fahrer, da diese keine angeordnete Rufbereitschaft haben. Auch kann das THW Schwandorf, welches zweifellos eine hervorragende Arbeit leistet und mit dem wir jederzeit gut zusammenarbeiten, die Ausrückzeiten zum Einsatz, wie bei den Feuerwehren gefordert, nicht einhalten, was ja auch gar nicht notwendig ist, da hier unterschiedliche Aufgabenbereiche vorliegen.

Dass Herr Oberbürgermeister Feller zugleich 1. Vorstand des Helfervereins des THW Schwandorfs ist, welcher den Kranwagen beschaffte und diesen zum Einsatz bringen möchte, damit dieser nach Einsätzen verrechnet werden kann, ist in meinen Augen ein Interessenkonflikt.
Ich bitte zum Wohle der Bürger, dass sich Stadtrat, Oberbürgermeister Feller und die Feuerwehrführung der Feuerwehr Schwandorf gemeinsam an einen Tisch setzen und eine vernünftige Lösung für das Wechselladerkonzept besprechen.“

Roland Krettner, Schwandorf

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