29.06.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Lesung der Sonntagsdichter Heimat in früheren Zeiten

"Lang, lang ist's her" spielten die Musiker Günter Schmid und Johannes Bauer und stimmten damit die Zuhörer auf die Lesung der Sonntagsdichter zum Thema "Heimat im Wandel" ein. Die Hobbyautoren erinnerten in ihren Gedichten und Prosatexten an vergangene Tage und weckten Kindheitserinnerungen.

Die "Sonntagsdichter" befassten sich bei ihrer Lesung in der Sparkasse mit der "Heimat im Wandel". Das Bild zeigt die Hobbyautoren mit den Musikern und den Ehrengästen. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Lesung fand an einem "geschichtsträchtigen Ort" statt. Dort, wo sich heute der Sparkassen-Marktplatz befindet, hatte einst der Faderl-Schreiner seinen Standort. Hier, rund um die Nagelschmiedgasse, ist Fritz Buchfink aufgewachsen. "Mädchen und Fußball, das waren unsere Themen damals", erinnert sich der 83-jährige Seniorchef einer Sanitär- und Heizungsfirma. Fußball - das waren damals der FC und der Turnverein. "Da herrschte noch echte Fußballbegeisterung in Schwandorf", so Buchfink.

"Krachende Musik"

Der mittelständische Unternehmer erzählte ferner eine Anekdote aus der Zeit des WAA-Widerstandes. An einem Samstag holte er sich am Bahnhof eine Zeitung, als ein großer Demonstrationszug vorbeizog. Und weil dieser nicht enden wollte, marschierte Fritz Buchfink einfach mit, um sich wieder nach Hause zu begeben. Die Polizei filmte die Demonstranten, und der völlig unbeteiligte Fritz Buchfink war plötzlich als WAA-Gegner eingestuft.

In Mundart erzählte Josef Mickisch aus seiner Kindheit, als der Vater Sparkassenchef in Schwandorf war und der ältere Bruder bei den "Dreamstones" spielte, "die keine Musik, sondern nur Krach machten". So zumindest empfanden es damals die Erwachsenen. Und sein Bruder spielt heute noch die "krachende Musik" .

An ihrer eigenen Biografie kann die Sprecherin der Sonntagsdichter, Ingeborg Baier, am besten ablesen, wie sich nicht nur die Städte und Dörfer, sondern auch die Menschen verändert haben. In der Kleidung, der Wesensart und der Einstellung. "Man stelle sich vor, einer unserer Ahnen müsste sich in dem zurecht finden, was für uns heute selbstverständlich ist", so Baier. Das gelte vor allem für die modernste Technik, "die heutige die Gesellschaft beeinflusst", betonte Sparkassen-Bereichsleiter Peter Scheitinger.

Monatliches Treffen

Alfons Treu, mit 89 Jahren der Älteste unter den Hobby-Autoren, hat den Gulden, die Renten-, die Reichsmark und die Deutsche Mark erlebt und fragt: "Was wird wohl nach dem Euro kommen?". Hildegard Heller weckte Kindheitserinnerungen, Gesine Jaehnert schrieb über die Veränderungen in ihrem Dorf und "die Musik unter der Linde" und Helga Kuttner nannte ihren Beitrag "Daheim - Großstadt".

Seit 21 Jahren treffen sich die "Sonntagsdichter" einmal im Monat zum Gedankenaustausch. Dabei bereiten sie auch ihre öffentlichen Auftritte vor. Seit dieser Zeit begleitet sie auch Günter Schmid auf dem Akkordeon.

Mädchen und Fußball, das waren unsere Themen damals.Fritz Buchfink
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