24.09.2017 - 11:42 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Massiver Widerstand gegen Rückbau Das Wehr soll bleiben

Die Hausbesitzer in Dachelhofen fürchten um ihre Immobilien, wenn das Wasserwirtschaftsamt den Wasserstand der Naab und damit auch das Grundwasser absenkt. Bei der Bürgerversammlung am Freitag brachten sie ihren Protest zum Ausdruck und formulierten eine Forderung.

Josef Karl (Zweiter von links) meldete sich bei der Bürgerversammlung zu Wort und sagte: "Die Häuser in Dachelhofen sollten dem Freistaat mehr wert sein als die Renaturierung der Naab". Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Den Dachelhofenern geht es um den Verzicht, auf den Rückbau des Bayernwerk-Wehrs, stellten sie im Konrad-Max-Kunz-Saal unmissverständlich klar. Und mit diesem Widerstand hatten Mathias Rosenmüller und Thomas Stangl vom Wasserwirtschaftsamt Weiden nicht gerechnet. "Es soll uns nicht so ergehen, wie der Frau in der Ruhseugstraße", brachte Josef Karl die Befürchtungen der Anwohner auf den Punkt.

Er meinte damit den langen Kampf von Marianne Blache durch die Instanzen. Sie hatte nach einer Grundwasserabsenkung Schäden an ihrem Haus festgestellt und erst nach jahrelangem Streit mit der Stadt eine Entschädigung erhalten. Behördenleiter Mathias Rosenmüller versuchte, die Gemüter zu beruhigen, und versprach: "Wir werden den Gutachter gemeinsam aussuchen und jedes Haus dokumentieren."

Die Haftung übernehme der Freistaat. Schäden durch die Grundwasserabsenkung hält Thomas Stangl allerdings für unwahrscheinlich. Der Diplom-Ingenieur beruft sich auf ein fachliches Gutachten, "das von einem eher geringen Risiko ausgeht". Seine Behörde werde zudem den Wasserstand stufenweise absenken und regelmäßig kontrollieren, versprach der Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden. "Wir nehmen Ihre Ängste sehr ernst", gab Thomas Stangl zu verstehen.

Die ersten Planungen für den Rückbau liegen acht Jahre zurück. Das Verfahren geriet jedoch ins Stocken, weil das Landratsamt als Genehmigungsbehörde Bedenken angemeldet hatte. Auch die Mitglieder des städtischen Ferienausschusses fühlten sich zuletzt "überrumpelt" und überlassen die Stellungnahme zum Rückbau dem heute tagenden Stadtrat. Oberbürgermeister Andreas Feller appellierte an die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes, bei ihren Entscheidungen den Willen der Bürger zu berücksichtigen.Der Freistaat will die nutzlosen Ruinen in Bayerns Flüssen beseitigen und die natürliche Fließgeschwindigkeit verbessern. Zu den Bauwerken, die abgerissen werden sollen, gehört auch das Wehr in Dachelhofen. Mit der Maßnahme soll die Naab an dieser Stelle wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden.

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