Premiere für "Drei Brücken" Ettmannsdorf
Kirwa unter schattigen Bäumen

Premiere auf der Festwiese am Anger: Im Polka-Schritt tanzten die zwölf Kirwapaare um den Baum und knüpften damit an die Tradition der Ettmannsdorfer Kirwa an. Bilder: Hirsch (3)
Vermischtes
Schwandorf
27.08.2017
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Die Bevölkerung ließ den neu gegründeten Verein nicht im Stich und kam zahlreich zum Festplatz an der Naab.

"In Ettmannsdorf ist Kirwa, mei liaba, mei liaba", sangen die Jugendlichen und tanzten dabei um den Kirwabaum mitten auf dem Festplatz an der Naab. Die Frage nach den "schönsten Kirwamoidln im Land" erübrigte sich an diesem Tag. In feschen Dirndln drehten sich die Damen zur Musik, geführt von den Burschen in Tracht oder im eleganten Anzug.

Der im vergangenen Jahr neu gegründete Kirwaverein "Drei Brücken Ettmannsdorf" hat an die Tradition längst vergangener Tage angeknüpft und nach über 60 Jahren wieder eine Kirchweih organisiert. Dazu stellten die Mitglieder einen 25 Meter hohen Kirwabaum auf und legten um ihn herum einen Tanzboden. Bevor Alex Zimmermann und Tanja Westiner die Paare zum ersten Auftritt führten, hatten sich die Zuschauer einen Sitzplatz unter schattenspendenden Bäumen gesucht.

Anita und Alfred Merl nickten zufrieden, als die Jugendlichen zu den Klängen von Polka, Boarischen und Siebenschritt ihre Runden drehten. "Sehr gut gemacht", lobten die Tanzlehrer ihre Schützlinge, mit denen sie in den vergangenen Wochen fleißig trainiert hatten. Musikant Sepp Merl begleitete die Paare mit seiner Quetschn.

Schöner Sommerabend

Die Festschrift zum 1000-jährigen Bestehen von Ettmannsdorf erinnert an die Kirwa früherer Jahre. Hinweise im Nabtal-Boten stammen aus den Jahren 1867 und 1950. "Aber so eine Kirwa wie unsere hat es noch nicht gegeben", zeigte sich Vorsitzender Christian Müller überzeugt. Wie Recht er hatte. Am Samstagnachmittag drängten die Menschen auf den Festplatz und genossen an diesem schönen Sommerabend die Atmosphäre. Die Leute am Grill und Ausschank und die Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun. An den Imbissständen bildeten sich lange Schlangen. "Mit diesem Andrang haben wir nicht gerechnet", strahlte Schriftführer Tobias Kölbl. Alles musste nachbestellt werden: Bier, Würste, Fleisch und Semmeln.

"Es war der Wahnsinn", empfand auch Beisitzerin Monika Müller. Nach einer "kurzen Nacht" war sie am Sonntagfrüh wieder auf den Beinen, um den Gottesdienst vorzubereiten, den Pater Lukas vom Miesberg Schwarzenfeld zelebrierte und den Claudius Kutscher und Alexander Arnold musikalisch begleiteten.

Die Kirwapaare

Um den Baum tanzten Tanja Westiner mit Alex Zimmermann, Anna Fenzl mit Andreas Jäger, Sabrina Dotzler mit Christian Müller, Theresa Lamprecht mit Christoph Dirmeier, Nadine Habermeier mit Dominic Linseele, Johanna Munding mit Fabian Liebl, Regina Lamprecht mit Florian Fenzl, Monika Müller mit Christian Fohringer, Judith Möschl mit Johannes Frey, Julia Donhauser mit Marco Dreyer, Laura Voit mit Tobias Kölbl und Anja Hönig mit Tobias Jobst. Dem Vorstand des über 100 Mitglieder starken Vereins gehören Vorsitzender Christian Müller, zweiter Vorsitzender Andreas Jäger, die Kassenverwalter Tobias Jobst und Nadine Habermeier, die Schriftführer Tobias Kölbl und Dominic Linseele sowie die Beisitzer Monika Müller, Christian Radl und Alexander Pongratz an. Ziel des Vereins ist es, die Dorfgemeinschaft zu pflegen, die Oberpfälzer Kultur und das Brauchtum zu fördern und jährlich die Kirwa zu organisieren.
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