17.10.2017 - 17:36 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Radtourismus mehr fördern - Goldsteig ist goldwert Leuchttürme als Lockmittel

Das Münsterland, die Eifel und der Schwarzwald sind die beliebtesten Urlaubsregionen für Fahrradtouristen. "Der Oberpfälzer Wald liegt da eher im Mittelfeld", glaubt Frank Hofmann. Das kann durch "Leuchttürme" geändert werden. 

Frauenpower beim Tourismusverband "Oberpfälzer Wald": Alexandra Beier, Stephanie Wenisch und Veronika Perschl (von links) wollen den Radtourismus voranbringen. Bilder: Hirsch (3)
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Das Mitglied im "Allgemeinen Deutschen Fahrradclub" (ADFC) empfiehlt der Tourismusgemeinschaft zwischen Tirschenreuth und Schwandorf, sich von der "Kirchturmpolitik" zu verabschieden und stattdessen "Leuchttürme" zu schaffen und mit ihnen Urlauber in die Region zu locken. Der Radtourismus sei ein Wachstumsmarkt mit einer jährlichen Steigerung von 15 Prozent, erklärte Hofmann den 265 Teilnehmern am "Tourismustag Oberpfälzer Wald" am Dienstag in der Oberpfalzhalle. Der Urlauber von heute wechsle regelmäßig seine Ziele und suche Qualität.

Glücksmomente schaffen

Um Qualität sei die Urlaubsregion "Oberpfälzer Wald" bemüht, stellte Stephanie Wenisch, Leiterin des Tourismusbüros im Landkreis Tirschenreuth, fest und betonte: "Unser Radwegeangebot kann sich sehen lassen". 5000 Kilometer, verteilt auf 106 Radwege und einer einheitlichen Beschilderung - damit sei die Fremdenverkehrsregion "Oberpfälzer Wald" gut aufgestellt. Nachholbedarf gebe es allerdings beim E-Bike-Verleih.

Die stellvertretende Vorsitzende im Tourismusverband Ostbayern, Veronika Perschl, erkennt im "Goldsteig ein Goldstück für den Oberpfälzer Wald". Der Wanderweg von Marktredwitz nach Passau habe sich nach zehn Jahren etabliert und sei ein Aushängeschild der Urlaubsregionen Oberpfälzer und Bayerischer Wald geworden. Veronika Perschl empfiehlt den angrenzenden Gemeinden, den 660 Kilometer langen Qualitätswanderweg stärker zu bewerben, Prospekte auszulegen und mit Fahnen, Beschilderungen und Stelen auf die Einstiegsmöglichkeiten hinzuweisen. Der "Goldsteig als Ge(h)nussweg" - dieses Image schwebt der Vertreterin des Tourismusverbandes Ostbayern vor. Sie appelliert an die Kommunen und Herbergsbetriebe: "Schaffen Sie für die Wanderer Glücksmomente!" Immer beliebter werde der Goldsteig bei den Extremsportlern. Veronika Perschl kündigte für nächstes Jahr weitere Starts für den "Goldsteig- Ultrarace" in Marktredwitz und Neunburg an.

Der Tourismusreferent des Landkreises Neustadt an der Waldnaab, Hannes Gilch, registrierte einen Zuwachs an Übernachtungen in der Tourismusregion "Oberpfälzer Wald" um knapp drei Prozent. Der Umsatz bei den gewerblichen Übernachtungen betrug im vergangenen Jahr 86 Millionen Euro. Für das kommende Jahr setzt sich die Tourismusgemeinschaft folgende Ziele: Umsetzung der Radrunde "Oberpfälzer Wald", Neukonzeption des Radmagazins und Ausbau zur Modellregion "Naturtourismus."

Best-Practice-Beispiel

"Innovationen führen zum Erfolg". Unter diesem Motto stellten Betriebe der Region "Best-Practice-Beispiele" vor. Den Landkreis Schwandorf vertrat Thomas Auerbach, der Inhaber des Hotel-Gasthofes Wolfringmühle in der Gemeinde Fensterbach. Der gastronomische Betrieb werde mittlerweile in der siebten Generation geführt, so der Juniorchef. Die Wolfringmühle habe Geschäftsleute, Urlauber und Einheimische zu Gast und müsse auf diesen Mix mit einem vielseitigen Angebot reagieren. Am Nachmittag besichtigten die Teilnehmer aus den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN, Schwandorf und der Stadt Weiden das Oberpfälzer Seenland und die historischen Felsenkeller.

Die Tourismusgemeinschaft muss Leuchttürme schaffen.Frank Hofmann, Mitglied im ADFC
Wir müssen auf den Mix mit einem vielseitigem Angebot reagieren.Thomas Auerbach, Hotel-Gasthof "Wolfringmühle"

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