06.10.2017 - 13:24 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Rauschgiftfund löst Kettenreaktion aus Jede Menge Drogen und Straftäter

Beamte kontrollierten am Donnerstag gegen 13.30 Uhr einen 55-jährigen Rentner. Der Mann kam laut einer Pressemitteilung aus einem Haus, das der Rauschgiftszene als Aufenthaltsort dient. Bei der Kontrolle zeigte sich der Mann sehr nervös. Auf mehrmalige Nachfrage händigte er schließlich eine Pulmoll-Dose aus, in der sich sogenannter Zaubertabak befand. Der an sich gewöhnliche Tabak ist mit verbotenen künstlichen Cannabinoiden angereichert und stellt ein sehr gefährliches Rauschmittel dar.

Dieses vermutlich gestohlene Fahrrad entdeckte die Polizei in einer Schwandorfer Wohnung.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Der Rentner wurde wegen einer Straftat nach dem Betäubungsmittelgesetz angezeigt. Anschließend überprüfte die Polizei mit mehreren Beamten die Wohnung, aus der der Rentner gekommen war. Schon beim Betreten der Wohnung versuchte eine 40-jährige, polizeibekannte Drogenabhängige einen Joint zu verstecken. Die Cannabiszigarette konnte beschlagnahmt werden. Eine Anzeige gemäß dem Betäubungsmittelgesetz folgt hier ebenso. Im Zimmer der Frau befand sich zudem ein von der Staatsanwaltschaft zweifach gesuchter 38-jähriger Mann. Nach der Erledigung mehrerer Formalitäten musste der aber zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Allerdings hat dieser ebenso drogenabhängige und amtlich wohnsitzlose Mann nun ein weiteres Problem am Hals. Er war im Besitz eines weißen Mountainbikes der Marke Stratos, bei dem versucht wurde, die Rahmennummer umzuschlagen. Deswegen ergab sich der Verdacht, dass das Fahrrad gestohlen ist. Es wurde daher beschlagnahmt und Ermittlungen wegen Diebstahls eingeleitet. Allerdings konnte bislang kein Geschädigter ermittelt werden, weshalb die Polizei den Besitzer des Fahrrades, der es auf dem Foto erkennt, bittet, sich zu melden.

Doch mit all dem noch nicht genug: Bei der Umstellung des Anwesens fiel einem Polizeibeamten auf, dass ein zunächst unbekannter Mann seinen Kopf aus einem Fenster steckte, aber gleich wieder zurückzog, als er den Schutzmann erblickte. Es bestand der Verdacht, dass sich in der Wohnung ein mit Haftbefehl gesuchter 34-jähriger, weiterer Drogensüchtiger aufhält. Bei einer Durchsuchung der weitläufigen Wohnung konnte der Mann dann auch ausfindig gemacht werden.

In einem nicht aufrecht begehbaren Spitzboden hatte sich der Gesuchte unter einem riesigen Haufen Müll versteckt. Nach dem er frustriert ob der Entdeckung hervorgekrochen kam, wurde er verhaftet und später in die Justizvollzugsanstalt Amberg eingeliefert, wo er zweieinhalb Monate wegen eines Rauschgiftdeliktes absitzen muss. Vorher konnten bei ihm, bei einer eingehenden Durchsuchung, wieder Drogen aufgefunden werden. Diese hatte er mit einem speziellen Behältnis im Enddarm versteckt. Damit hat auch er sich wieder einem neuen Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu stellen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.