Sebastiani-Bauerntag am 14. Januar
Zerreißprobe auf Bauernhöfen

Die Landwirte sehen sich aktuell in einer Zerreißprobe. BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann veranschaulicht dieses Spannungsfeld, das auch beim nächsten Sebastiani-Bauerntag in den Mittelpunkt rückt. Bild: Amann
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Schwandorf
17.12.2016
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Der Verfall der Erzeugerpreise führt zu angespannten wirtschaftlichen Verhältnissen der Landwirte. Dazu kommt ein noch nie da gewesener Druck durch Auflagen. In diesem Spannungsfeld gehen viele Höfe im Landkreis unter. Vor diesem Hintergrund steht der nächste Sebastiani-Bauerntag in Nabburg.

Die Landwirtschaft in der Region sieht sich mitten in einer Zerreißprobe, ausgelöst durch eine Preismisere in fast allen Bereichen. Die im Landkreis weit verbreitete Milchviehhaltung trifft es extrem: "Zwei Jahre Durststrecke und die Preise soweit unten - das hat es noch nie gegeben", zeigt sich BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann besorgt. Man brauche sich also nicht zu wundern, wenn die Stimmung auf den Höfen schlecht ist. Diese prekäre Lage, die wachsende Vorgaben bei Düngung, Pflanzen- und Tierschutz noch verstärken, thematisiert der BBV bei seinem nächsten Sebastiani-Bauerntag, dem Tag des ländlichen Raums, am 14. Januar in Nabburg.

Im Vorfeld zeigte Wittmann in einem Gespräch mit der NT-Redaktion auf, welche Auswirkungen der Wandel mit sich bringen kann. Durch die nicht mehr rentable Milchviehhaltung hören jährlich im Schnitt 40 der noch rund 900 Betriebe auf. Das führe zwangsläufig zu Auswirkungen in der Pflege der nicht mehr nutzbaren Grünland-Regionen. Der jüngste Agrarbericht des BBV belege es: Die bayerischen Bauern mussten innerhalb von zwei Jahren ein Einkommensminus von 30 Prozent hinnehmen. "Das ergab die Auswertung der Buchführungsergebnisse", verdeutlichte Wittmann den Stellenwert dieser durchaus konkreten Zahl.

Die Einbußen führten dazu, dass Investitionen auf den Höfen geschoben werden müssen. Das schlage auch auf nachgelagerte Bereiche durch, speziell auf den Landmaschinenhandel. Mittlerweile sei es soweit, dass die Ausgleichszahlungen für Leistungen, die der Markt nicht honoriert, überlebensnotwendig sind. "Die Höfe sind auf die Betriebsprämie der EU angewiesen", weiß Wittmann, wie sehnlich das Geld zum Jahresende erwartet wird. Nur dadurch halte sich der Berufsstand, auf dessen Rücken Lebensmittelketten ihre Konkurrenzkämpfe austragen, inzwischen noch über Wasser.

Für die Landwirte im Landkreis kommt ein weiteres Ärgernis dazu: der Bau neuer Stromtrassen und Gasleitungen. Ob SüdostLink oder Ostbayernring - der Kreis ist davon stark betroffen. Laut Wittmann ist die Entwicklung alles andere als zufriedenstellend. Während Investoren mit bis zu 6,9 Prozent Verzinsung rechnen dürfen, sollten die Bauern, deren Land benötigt wird, mit mageren Einmalzahlungen abgefunden werden.

Sebastiani-BauerntagZum nächsten Sebastiani-Bauerntag am 14. Januar kommt als Redner der stellvertretende Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Werner Schwarz. Der 56-Jährige aus Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) bewirtschaftet den übernommenen, elterlichen Ackerbaubetrieb mit Schweinemast und Jungsauenvermehrung. Er steht seit 2012 mit an der Spitze des DBV. (am)
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