12.05.2017 - 20:01 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sicherheitsgespräch mit der Polizei Schwandorf Kriminalität steigt an

Fast alle Kurven zeigen nach oben. Beim Sicherheitsgespräch zog die Polizeiinspektion Schwandorf Bilanz. Mit dem Ergebnis: 2016 gab es mehr Straftaten, mehr Diebstähle, mehr Körperverletzungen.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Armin Kott, Leiter der Polizeiinspektion Schwandorf, sprach bei der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag von insgesamt 1867 Straftaten in Schwandorf. Die seien seit 2011 peu à peu angestiegen (siehe Grafik). Die Aufklärungsquote liegt mit 68,3 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (70,4 Prozent).

Schwere Lebensumstände

Ein Faktor, weshalb die Straftaten zunehmen, ist laut Kott die Asylthematik. Es seien einfach viele Menschen dazugekommen, die auch noch unter schweren Lebensumständen wohnen müssen. Die Polizeiinspektion verzeichnete 181 Fälle, die von Bedrohung über Beleidigung und Diebstähle bis hin zu Betrügereien reichen. Kott betonte aber, dass es keine Auffälligkeiten gibt, dass Asylbewerber Opfer werden oder Täter gegenüber der einheimischen Bevölkerung. Viel spiele sich in den "konfliktträchtigen Asylbewerberunterkünften" ab.

"Gravierender Anstieg"

Einen gewaltigen Anteil bei den Straftaten machen die Diebstähle aus, nämlich mehr als ein Drittel (34,4 Prozent). Im vergangenen Jahr gab es alleine 160 Laden- sowie 95 Fahrraddiebstähle und 32 Autoaufbrüche. Eingebrochen worden sei in Gaststätten, Keller, Baumärkten, Rohbauten und Gartenhäusern. Die Aufklärungsquote ist nach Aussage von Kott leider relativ gering (20,9 Prozent). Wohnungseinbrüche habe es 13 gegeben. Kott beruhigte die Bevölkerung: "Nur zwei davon sind einer übergeordneten Bande zuzurechnen."

Bei den gefährlichen Körperverletzungen sprach der PI-Leiter von einem "gravierenden Anstieg" (von 28 Fällen im Jahr 2015 auf 55). Allerdings relativierte er, dass sich die wenigsten (13) im öffentlichen Bereich ereignen, sondern eher im häuslichen Bereich oder in geschlossenen Räumen, zu denen auch Gaststätten zählen. Außerdem liegt die Aufklärungsquote bei 89,1 Prozent. Bei den einfachen Körperverletzungen (2016 gab es 181) sogar bei 95 Prozent.

Leider hätten sich aber die Sachbeschädigungen auf hohem Niveau eingependelt (222 im vergangenen Jahr). Die Aufklärungsquote sei zwar mit 38,3 Prozent sehr hoch (2015 lag sie bei 21 Prozent). Allerdings wollte Kott nicht verhehlen, dass eine ganze Reihe von Graffiti-Schmierereien aufgeklärt werden konnte. Der Trend der steigenden Straftaten setzt sich auch bei der Gewalt- und Straßenkriminalität fort (von 301 auf 345 Fälle). Einzig bei den sonstigen Straftaten ist ein Rückgang zu verzeichnen (827 auf 766 Fälle). Dazu zählen vor allem Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. (Hintergrund )

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