11.10.2017 - 17:22 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Solartechnik im Fokus

Teuer, "durstig" und hässlich sei der Porsche Cayenne, findet Roland Krippner und fragt sich, "wie sich so ein Auto durchsetzen kann". Die gleiche Frage stellten sich auch die Besucher der Ausstellung "Gebäudeintegrierte Solartechnik", als ihnen der Professor der Technischen Hochschule Nürnberg ausgewählte Beispiele moderner Architektur vorstellte.

Professor Roland Krippner (links) und stellvertretender Landrat Joachim Hanisch (rechts) führten in die Ausstellung "Gebäudeintegrierte Solartechnik - Architektur und Solarenergie" ein, die bis 27. Oktober im Foyer des Landratsamtes zu sehen ist. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Blaublühende Heimatdächer", prismenartige PV-Paneelen oder biberschwanzförmige Glasschindeln: Die Urteile dieser architektonischen Solarlösungen reichen von "potthässlich bis wahnsinnig schön". Professor Dr.-Ing. Roland Krippner sucht nach Lösungsansätzen für innovative Gebäudehüllen, die einerseits ihren energetischen Zweck erfüllen und andererseits der Schmerzgrenze der Solargegner standhalten.

18 Schautafeln

Der Mitarbeiter an der Fakultät "Architektur" der TH Nürnberg ist Mitglied des "Solarenergiefördervereins Bayern", der mit der Wanderausstellung "Gebäudeintegrierte Solartechnik - Architektur und Solarenergie" für "ambitionierte energetische Gesamtlösungen" wirbt. Bis zum 27. Oktober sind 18 Schautafeln mit ausgewählten Beispielen im Foyer des Landratsamtes zu sehen. Der Münchner Verein schreibt jährlich einen Wettbewerb aus und bekommt regelmäßig 150 Vorschläge aus aller Welt zur Auswahl. Die prämierten Lösungen fließen in die Ausstellung ein, die der Förderverein Architekten und Bauherren zur Nachahmung ans Herz legt.

"Nachträglich aufgesetzte Fremdkörper" sind nicht nach dem Geschmack von Professor Roland Krippner. Sein Anspruch sind architektonische Lösungen, bei denen die Solarbauteile in die Dach- oder Fassadenflächen integriert werden. Dass die Kosten-Nutzen-Rechnung für den Hausbesitzer dabei eine Rolle spielt, ist dem Wissenschaftler durchaus bewusst. Roland Krippner wünscht sich auch mehr Mut zur Farbe und zeigt Beispiele von schillernden Fenster-Kollektoren an Kirchen und Denkmälern. Die gestalterischen Möglichkeiten seien grenzenlos, so der Referent bei der Ausstellungseröffnung am Montag. Da ließen sich bei einem nachträglichen Einbau beispielsweise die Dachränder kaschieren und damit optisch aufwerten oder Solarfassaden als Raumabschlüsse gestalten.

Fachbuch für Architekten

Der Geschäftsführer des Solarenergiefördervereins, Fabian Flade, stellte ein Fachbuch für Architekten vor und betonte: "Die Solarenergienutzung in und an Gebäuden ist im Rahmen des energieeffizienten Bauens ein zentrales Thema." Solartechnische Systeme sollten selbstverständliche Bestandteile innovativer Gebäudehüllen sein. Die Aufgabe bestehe nun darin, so Flade, für die technischen Neuerungen gestalterische Umsetzungen zu finden. Der Münchner Büroleiter baut auf die Architekten und sagt: "Sie können die Sensibilität für die Verbindung von Gebäude und Solartechnik beim Bauherren und der breiten Öffentlichkeit steigern und somit regenerativen Energien zur einer weiteren Verbreitung verhelfen."

Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch richtete deshalb auch den Appell an die Planer, die Bauherren über die Möglichkeiten von Solarlösungen zu informieren. Der "Solarenergieförderverein Bayern" wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, die Erträge, die mit der Photovoltaik-Anlage "Solardach München-Riem" auf dem Messegelände erwirtschaftet werden, in die Förderung erneuerbarer Energien fließen zu lassen. Der 16 Mitglieder starke Verein sucht den Kontakt zur Öffentlichkeit und hat die Ausstellung im Landratsamt gemeinsam mit der Volkshochschule organisiert.

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