Stoßdämpfer in Gefahr!
Erkrankungen der Bandscheiben

Vermischtes
Schwandorf
14.12.2017
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Sie sind nur wenige Zentimeter dick und tragen doch eine große Last: unsere Bandscheiben. Ihre Aufgabe ist es, Druck gleichmäßig auf die Wirbelsäule zu verteilen und zu verhindern, dass die Knochen aneinander scheuern. Hakt das System, kommt es zum Bandscheibenvorfall oder zur Arthrose der kleinen Wirbelgelenke.

„Zunehmendes alter, Fehlhaltungen, schwere körperliche Arbeit oder Übergewicht machen die Bandscheiben weniger elastisch“, sagt PD Dr. Konstantinos Kafchitsas, Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums Oberpfalz (WZO) an der Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe. „Weil sie über die Jahre immer weniger Flüssigkeit speichern, trocknen die Bandscheiben ein und der Faserring um sie herum wird spröde und rissig.“ Bei entsprechender Belastung drückt der weiche Kern dann so dagegen, dass dieser über seine normale Position herausspringt. Tritt dabei der weiche Kern über den Faserring, entsteht ein Bandscheibenvorfall.

Auf Warnsignale achten

Die Symptome sind unterschiedlich: sie reichen von Rückenbeschwerden über Schmerzen in armen oder Beinen bis zu Taubheitsgefühlen in den Gliedmaßen. Ein starkes Ziehen im Rücken kann ebenso auf einen Bandscheibenvorfall hindeuten wie ein heftiger, stechender Schmerz. Diese Warnsignale darf man nicht ignorieren. „Kommen noch Lähmungserscheinungen dazu, sollte der Betroffene schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen“, rät Dr. Kafchitsas. Der könne durch eine gründliche Untersuchung die passende Therapie erarbeiten. und die muss nicht immer gleich eine Operation sein wie viele vermuten. Denn „gerade bei neu aufgetretenen oder leichten Beschwerden erzielt man mit einer konservativen Behandlung durch schmerz- und entzündungshemmende Medikamente oft in Kombination mit Physiotherapie gute Erfolge.“

Erst wenn eine intensive konservative Therapie keinen Erfolg erzielt hat oder der Bandscheibenvorfall die Nervenfasern abdrückt, ist eine Operation unumgänglich. Den Spezialisten am WZO stehen dabei verschiedene Behandlungsansätze zur Verfügung: „In vielen Fällen operieren wir mikrochirurgisch oder endoskopisch, also mit Hilfe eines Operationsmikroskops oder einer Kamera, um den vorgefallenen Teil des Kerns sowie Stücke des Faserrings zu entfernen und so den Nerv zu entlasten.“ Eine andere Möglichkeit ist es, die Bandscheibe durch eine bewegungserhaltende Prothese zu ersetzen. Welche Methode die beste für den jeweiligen Patienten ist, wird aber erst nach gründlichen Voruntersuchungen und Gesprächen mit dem Betroffenen entschieden.

Wenig bekannt: Arthrose der kleinen Wirbelgelenke

Weniger bekannt und dennoch weit verbreitet ist die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke. Sie äußert sich durch stechende Schmerzen im Rücken, die immer intensiver werden und besonders am Morgen und bei Belastung auftreten. „Je älter wir werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken“, erklärt der mit dem Master-Zertifikat der Deutschen Wirbelsäulen Gesellschaft (DWG) ausgezeichnete Mediziner. Denn mit steigendem Lebensalter wird der Gelenkknorpel der Wirbelgelenke immer stärker be- und überlastet und damit abgenutzt. Die Arthrose der Wirbelsäule ist die Folge.

Auch hier hat sich das Wirbelsäulenzentrum Oberpfalz auf besonders sanfte Behandlungsmethoden spezialisiert. So werden die erkrankten Gelenke ganz gezielt mit Schmerzmitteln und einer kleinen Dosis Kortison umflutet. Die Beschwerden lassen nach und Patienten können schon kurze Zeit später wieder ihrem Alltag nachgehen. Wann immer es möglich ist, setzen die Wirbelsäulen-Experten aus Lindenlohe auf diese Art der Behandlung. „Es handelt sich um ein risikoarmes und besonders schonendes Verfahren bei dem keine Operation nötig ist“, so der Chefarzt.

Alternativ zur konservativen Behandlung besteht bei Arthrose in den kleinen Wirbelkörpergelenken die Möglichkeit der Stabilisierung. Ein operativer Eingriff, der im Wirbelsäulenzentrum Oberpfalz aber weitgehend vermieden wird. „Betroffene Gelenke werden dabei mit gesunden Gelenken verbunden, um so die krankhafte, schmerzhafte Bewegung in dem betroffenen abschnitt zu reduzieren, ohne jedoch die Bewegung komplett aufzuheben“, erläutert Dr. Kafchitsas. „Man muss ganz genau abwägen, ob eine solche Operation sinnvoll ist, denn ein Restschmerz könnte bleiben“, betont der Arzt. Gemeinsam mit seinen Patienten bespricht er daher tiefgehend die möglichen Optionen der Behandlung. „Es ist sehr wichtig, dass die Patienten umfassend aufgeklärt werden.“
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