06.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Theater am beruflichen Schulzentrum Integration mit Shakespeare

"So kann Integration gelingen", stellt Werner Nagler am Ende der Theatervorstellung fest. Der Leiter des Fachbereichs "Jugendliche ohne Ausbildung" (JoA) am Beruflichen Schulzentrum Oskar von Miller ist begeistert von der schauspielerischen Leistung der Schüler aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Genauso wie die hundert Besucher am Montag in der Aula der Schule.

von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Integration funktioniert nur über Begegnung". Deshalb plante Werner Nagler in der zweiten Phase des Projekts "Crossing Lifelines" ein Theaterstück und engagierte den polnischen Regisseur Michal Nocon.

Vier Monate probten die jungen Leute am Shakespeare-Stoff "Romeo und Julia" und führten das Stück am Montagvormittag für die Schüler und abends für die Öffentlichkeit auf. "Wir zeigen es auch noch anderswo, wenn uns jemand einlädt", erklärt Patricia Broser vom Projektteam.

Mit Schlagstöcken

Der Regisseur lässt die verfeindeten Familien Capulet und Montague auf der Bühne mit Schlagstöcken aufeinander prallen. Raffiniert löst Michal Nocon auch Romeos Versuche, an seine geliebte Julia heranzukommen. Doch deren Vater bleibt unbarmherzig. Lieber lässt er sich die Zunge herausschneiden, als der Hochzeit der beiden zuzustimmen.

Romeo (Khaled Albadesh, Syrien) und Julia (Josephine Nilius, Realschule Nabburg) vergiften sich nach einer Liebesnacht. Nach 80 Jahren erwachen sie und stellen fest: Julia ist schwanger. Sie bringt einen 79-jährigen Sohn (Mohamad Issa, Syrien) zur Welt, der die Gene der verfeindeten Familien ins sich trägt und seine Eltern am Ende umbringt. Ein Happy-End gibt es für das berühmteste Liebespaar der Weltliteratur deshalb erst im Himmel. Dort feiern Romeo und Julia Hochzeit und die Versöhnung der Familien Capulet und Montague.

Berührungsängste im Blick

Das Stück "Romeo und Julia oder das Kind des Hasses" thematisiert die Vorurteile, die Ausländerfeindlichkeit und die Berührungsängste der Menschen unterschiedlicher Herkunft. Um ihnen zu begegnen, hat das Team von "Crossing Lifelines" mit Heike Abt, Dr. Patricia Broser, Jolanta Jackiewicz und Werner Nagler das Theaterprojekt inszeniert und sich mit Michal Nocon einen Profi ins Boot geholt. Bei diesem Projekt sollten die Jugendlichen unterschiedlicher Kulturen sich kritisch mit den Problemen und Chancen des Miteinanders auseinandersetzen.

Am 26. März wird die Theatergruppe eine Vorstellung der "Blue Man Group" in München besuchen. Hier handelt es sich um eine Gruppe von "stummen", blau maskierten Schauspielern, die gemeinsam mit einer Band auftreten. Gefördert wird der Projekt "Crossing Lifelines" von der Globus-Stiftung und der Firma "tremco illbruck" in Bodenwöhr.

Wir zeigen es auch noch anderswo, wenn uns jemand einlädt.Patricia Broser vom Projektteam

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