Verdacht der Brandstiftung liegt nahe
Zwei Feuer in Asylunterkunft

Der Stadtlöschzug samt Drehleiter sowie die Feuerwehren aus Dachelhofen und Ettmannsdorf rückten in der Nacht zum Samstag an die Gutenbergstraße in Schwandorf aus. Dort brachen zwei Feuer in einer ehemaligen Fabrikhalle aus, die bis September 2016 als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden war. Verletzt wurde niemand. Bild: jma
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Schwandorf
09.01.2017
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War es Brandstiftung? Der Verdacht liegt nahe. Die Kriminalpolizei Amberg ermittelt wegen zwei Feuern, die in der Nacht zum Samstag in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge an der Gutenbergstraße ausbrachen. Verletzt wurde niemand - die Halle steht derzeit leer.

Der erste Alarm ging am Freitag gegen 20 Uhr bei den Einsatzkräften ein. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hatten eine brennende Matratze entdeckt, konnten die Flammen jedoch schnell selbst löschen. Die Feuerwehr blies mit Drucklüftern den entstandenen Rauch aus der ehemaligen Triumph-Halle.

Matratzen brennen

Gegen 3.15 Uhr in der Nacht zum Samstag folgte der zweite Alarm: In einem Lagerraum an der Seite der Halle brannten nach Angaben der Polizei gelagerte Matratzen und Bettwäsche. Die Sprinkleranlage sprang an. "Das war dann eine größere Sache", sagte Stadtbrandinspektor Helmut Mösbauer dem NT.

Die Feuerwehrleute drangen in den Raum vor, suchten nach weiteren Glutnestern, mussten dazu das Matratzenlager auseinander reißen. Mit Lüftern wurde der Rauch aus der Halle geblasen. Der Schaden blieb dank des schnellen Eingreifens gering und liegt bei 1500 Euro. Der Stadtlöschzug und die Wehren aus Dachelhofen und Ettmannsdorf waren mit rund 45 Mann angerückt - bei klirrender Kälte. Außerdem wurde der Bauhof angefordert, der den Einsatzort räumte und streute. Auch das Technische Hilfswerk war im Einsatz und half der Feuerwehr bei der Sicherung der Zugänge zu der Halle. Es seien komplett neue Schlösser eingebaut worden, sagte Mösbauer.

Auf Hinweise angewiesen

Die Kriminalpolizei Amberg nahm noch in der Nacht zum Samstag die Ermittlungen zur Brandursache auf, die auch am Sonntag noch andauerten. Zu Ergebnissen äußerte sich das Polizeipräsidium am Sonntag noch nicht. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Brände absichtlich gelegt wurden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Beamten ermitteln in alle Richtungen. Die Kriminalpolizei Amberg ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Zeugen, die zu den genannten Zeiten Personen im Bereich der Gutenbergstraße gesehen haben oder die andere sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09621/890-0 zu melden.

Das Gebäude wurde von der Regierung der Oberpfalz als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende angemietet und ausgestattet. Derzeit wird sie nicht genutzt. Im vergangenen Jahr waren bis zu 500 Menschen in der Halle untergebracht. Seit September 2016 steht die Halle leer.
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