12.01.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Verdächtiger vor Gericht wegen Raub in einem Getränkemarkt in Kümmersbruck Angeklagter schweigt trotz Beweislast

Schwandorf/Amberg. Eisernes Schweigen und klare Beweise. Der mutmaßliche Getränkemarktsräuber sagt noch immer nichts. Bis kommenden Dienstag hat er Zeit. Er schweigt noch immer. Eigentlich eher unverständlich angesichts einer schier erdrückenden Beweislast, die den 23-Jährigen aus einem Schwandorfer Vorort als Räuber identifiziert, der im Juni vergangenen Jahres einen Getränkemarkt in Kümmersbruck bei Amberg überfiel und dabei unter Waffenvorhalt über 1000 Euro erbeutete.

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht in einem Raum eines Richters.
von Autor HWOProfil

Der junge Mann, mutmaßlich von Drogen abhängig, mag nicht reden. Zu seinem Werdegang hat er zwar Angaben vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts gemacht. Ansonsten aber will er nichts sagen und flüstert seiner Amberger Anwältin Narine Schulz nur ab und an ein paar Worte ins Ohr.

Was bisher in dem Prozess deutlich wurde, ist niederschmetterd für den Angeklagten. Die Strafkammer weiß durch eine Zeugenaussage, dass er am 22. Juni einer von ihrem Ehemann begleiteten Frau (65) auf dem Amberger Landesgartenschaugelände die Handtasche entriss und bei diesem Coup Gegenstände im Wert von 800 Euro erbeutete. Darunter auch ein Handy, das sein damaliger Quartiergeber aus Kümmersbruck später verkaufte und es nicht lange darauf zurück erwarb.

Dieser Quartiergeber (26) war zum Tatzeitpunkt nach eigenem Bekunden "etwa 500 Meter weit entfernt" vom Ort des Geschehens. Nicht lange darauf wurde ein Getränkemarkt in Kümmersbruck überfallen. Der schwarz gekleidete und vermummte Täter erbeutete 1057 Euro. Wer war er? Nach dem Verlauf bisheriger Beweiserhebungen vor der Strafkammer besteht kaum ein Zweifel daran, dass es sich abermals um den 23-Jährigen handelte. Er tauchte danach in der Kümmersbrucker Wohnung seines Freundes auf und legte einen Plastikbeutel mit Geldscheinen hin. Aus dieser Tragetasche fiel eine schwarze Schreckschusspistole, die der Gastgeber als "mir gehörende Waffe" vor Gericht identifzierte.

Zu der Pistole gab es einen eigenen Tragekoffer, der sich in der Eineinhalb-Zimmer-Wohnung befand. Am Dienstag geht der Prozess vor dem Landgericht in seine nächste und finale Runde. Es wäre gut, so hat die Kammervorsitzende Roswitha Stöber dem Angeklagten zu bedenken gegeben, wenn er das Gericht mit der Wahrheit bedienen würde. Auch schon deshalb, weil es ja sein Bestreben sei, in eine Drogenentzugstherapie geschickt zu werden.

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