Verschenken organisieren oder für karitative Organisation
Christbäume ein Fall für den Schredder

Vermischtes
Schwandorf
30.12.2016
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Kurz vor Weihnachten an einer Ladenkasse. Die ältere Frau kauft eine Packung Wildpastete für 2.19 Euro. Freundliche Seniorin, die das Gespräch sucht, weil sie sonst wohl niemanden zum Reden hat. Man erfährt: Heiligabend allein, die Pastete soll ihr Festessen werden. Bei schmaler Rente jedes Jahr mal etwas Außergewöhnliches. "Christbaum?", fragen wir. "Wäre schön, hatte ich seit langer Zeit nicht mehr", sagt sie. Das Geld für eine Tanne oder Fichte kann die Dame von ihrem Monatsbudget nicht abzwacken. Es muss ohnehin schon jeder Cent umgedreht werden.

Es gibt viele Menschen, die sich einen Baum zum Weihnachtsfest nicht leisten können. Im krassen Gegensatz dazu steht, was man jetzt kurz nach den Feiertagen beobachten kann. Fahrt zu zwei Supermärkten in Schwandorf. Erste Erkenntnis: Auf einer Wiese gleich neben dem größten SB-Laden in der Stadt liegen mehrere Stapel Nordmanntannen. Käufer haben sie bis zum Schluss nicht gefunden. Risiko des Händlers, jetzt ein Fall für den Schredder. Wen kümmert es wirklich?

Bei einem anderen Selbstbedienungsmarkt hat man die Tannenbäume in eine Ecke vor dem Gebäude gestellt. Auch sie, versehen mit Herkunftsetiketten, sind eigentlich nur deshalb gewachsen, um nach dem Christfest in winzige Teile zerhackt zu werden. Danach der Heimweg über den Marktplatz. Dort liegt ebenfalls ein Berg von Bäumen, die zur Dekoration des Weihnachtsmarkts gebraucht wurden. Sie hätten womöglich ebenfalls noch in einer Wohnung stehen können.

Keine Frage: Das Verschenken zu organisieren, ist sicher schwierig. Noch dazu wenige Stunden, bevor der Heilige Abend anbricht. Wie aber wäre es mit einem Schild, auf dem dann steht: "Bäume können mitgenommen werden." Oder mit der vorher gestellten Frage an karitative Organisationen: "Kennt ihr jemanden, der einen Baum braucht und ihn nicht bezahlen kann?"
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