Vorausberechnung des Bayerischen Landesamtes für Statistik
Mehr Einwohner im Landkreis Schwandorf

Im Landkreis leben immer mehr Menschen: Eine Modellrechnung geht von einer Steigerung der Einwohnerzahl um 1,7 Prozent bis zum Jahr 2035 aus. Bild: Götz
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Schwandorf
29.12.2016
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Laut einer Prognose wird die Landkreisbevölkerung bis zum Jahr 2035 deutlich älter. Grafik: Bayerisches Landesamt für Statistik

Im Jahr 2035 ist mehr als jeder dritte Landkreisbewohner älter als 60 Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vorausberechnung des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Die Kreisbewohner werden allerdings nicht nur älter, sondern auch mehr - im Gegensatz zu vielen anderen Regionen.

Das Nord-Süd-Gefälle im Freistaat könnte sich laut der Modellrechnung in den kommenden knapp 20 Jahren weiter manifestieren: Während Kreise in Ober- und Unterfranken teils hohe Bevölkerungsrückgänge zu verkraften hätten, verzeichnet vor allem der Raum um München Zuwächse von 12,5 Prozent und mehr.

Gleiches gilt für die Oberpfalz: Teilweise starken Rückgängen in den Städten Weiden und Amberg sowie in den Kreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN und Amberg-Sulzbach stünden Bevölkerungszugewinne vor allem in Regensburg sowie den Landkreisen Neumarkt, Cham und Schwandorf gegenüber. Ende des vergangenen Jahres lebten 144 900 Menschen im Landkreis Schwandorf. Diese Zahl wird laut der Prognose - sie legt zugrunde, dass sich die aktuell feststellbaren Trends im Bereich des Geburtenverhaltens, der Sterblichkeit sowie der Zu- und Abwanderung konstant in die Zukunft fortsetzen - bis zum Jahr 2023 auf 147 700 anwachsen, um dann 2035 bei 147 300 zu liegen. Das entspräche einem Zuwachs von 1,7 Prozent.

Die Bevölkerungszahl wird sich laut der Prognose also nur minimal verändern. Bemerkenswert ist jedoch die vorhergesagte Entwicklung in der Altersstruktur des Landkreises: Während der Anteil der unter 18-Jährigen um 5,3 Prozent abnehmen wird und auch die Altersgruppen der 18- bis unter 40-Jährigen (-11,8 Prozent) sowie der 40- bis unter 65-Jährigen (-9,6 Prozent) schrumpfen, soll die Zahl der über 65-Jährigen deutlich zunehmen und im Vergleich zu 2015 um 46,9 Prozent zulegen.

Ende 2015 waren 38 300 der 144 900 Landkreisbürger älter als 60 Jahre. Laut Prognose werden im Jahr 2035 51 800 von 147 300 Einwohnern über 60 sein. Das Durchschnittsalter im Landkreis steigt demzufolge von 44,1 auf 47,4 Jahre.

Landrat: "Unsere Hausaufgaben gemacht""Mit dieser Prognose kann ich gut leben": So kommentiert Landrat Thomas Ebeling die Vorausberechnung. Die Werte für den Landkreis führte er nicht nur auf die Nähe zum Oberzentrum Regensburg zurück: "Wir leben nicht im Speckgürtel, sondern haben selbst unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben starke Arbeitgeber und den Strukturwandel gut bewältigt".

Es seien viele neue und hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen worden und die Arbeitslosenquote mit unter drei Prozent auf einem erfreulichen Tiefstand. Der Landkreis ist für Ebeling ein zukunfts- und konkurrenzfähiger Bildungsstandort. Auch die weichen Standortfaktoren stimmen: "Wir haben ein aktives Vereinsleben, ein sehr hohes ehrenamtliches Engagement, eine positive Entwicklung im Tourismus, beste Erholungsmöglichkeiten und vielfältige kulturelle Veranstaltungen", betonte der Landrat.

Dass die Gesellschaft auch im Landkreis immer älter wird, wisse man nicht erst durch diese Studie. Hier gebe es aber ein funktionierendes soziales Umfeld und viele Aktivitäten in der Seniorenarbeit oder der Nachbarschaftshilfe. "Wir werden unsere Seniorenarbeit in den nächsten Jahren zielgerichtet fortführen", unterstrich Ebeling. (tib)
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