17.10.2017 - 15:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Vortrag im Krankenhaus St. Barbara Wenn die Lebensadern erkranken

"Wenn die Lebensadern erkranken": Unter diesem Motto stand am Donnerstag im gut besuchten Festsaal des Krankenhauses St. Barbara Schwandorf ein Patientenforum der Hauptfachabteilung Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie von Chefarzt Dr. Detlef Schoenen.

Chefarzt Dr. Detlef Schoenen (von links) und sein gefäßchirurgisches Team am Krankenhaus St. Barbara aus Leitender Oberärztin Dr. Christine Tabken, Fachärztin Ira Rabago und Oberarzt Dejan Lazeski informierten die Besucher des Patientenforums über Erkrankungen der Gefäße. Bild: exb/Seitz
von Externer BeitragProfil

Leitende Oberärztin Dr. Christine Tabken führte durch das Programm. Ira Rabago, gefäßchirurgische Fachärztin, informierte zunächst zum Thema "Krampfadern sind nicht nur ein optischer Makel, sondern auch gefährlich" über das Krankheitsbild, unter dem nahezu jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet.

Geschwüre drohen

Letztlich können laut Rabago unbehandelte Krampfadern zu ausgeprägten Geschwüren an den Beinen führen, was eine meist schmerzhafte und langwierige Behandlung nach sich zieht. Die zahlreichen Gäste erhielten anschauliche Informationen zu den konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten sowie praktische Tipps für den Alltag.

Im Folgenden berichtete Oberarzt Dejan Lazeski über das Krankheitsbild der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, auch bekannt unter den Begriffen "Raucherbein", "Schaufensterkrankheit" und "Diabetischer Fuß". Derzeit leiden in Deutschland etwa 4,5 Millionen Patienten unter dieser Erkrankung. Das Thema "Bypasschirurgie heute - auf Umwegen zurück ins Leben" stellte ausführlich die Entstehung der Gefäßverkalkung, deren Risikofaktoren sowie die interventionellen und operativen Behandlungsmöglichkeiten dar. Der letzte Vortrag an diesem Abend stellte die Durchblutungsstörungen des Gehirns in den Mittelpunkt. 20 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Engstellen an der Halsschlagader zurückzuführen. Die Leitende Oberärztin Dr. Christine Tabken betonte die schwerwiegenden Folgen dieser heimtückischen Erkrankung. Letztlich führen die gleichen Risikofaktoren wie bei der Verschlusskrankheit zur Verkalkung der Gehirnarterien, nur dass sich die Erkrankung hier nicht durch Schmerzen oder andere Vorwarnzeichen bemerkbar mache, sondern direkt einen schweren Schlaganfall mit bleibenden Schäden für den Patienten auslösen könne.

Dr. Christine Tabken erläuterte ausführlich Risiken und vorbeugende Maßnahmen und stellte anhand zahlreicher Bilder die Technik einer Schlagader-Operation vor. Anschließend wurden die Fragen der Zuhörer durch die Referenten ausführlich beantwortet.

Enge Zusammenarbeit

Es wurde deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit von Hausärzten und den verschiedenen Fachabteilungen Radiologie, Kardiologie, Diabetologie und Gefäßchirurgie bei der Erstellung eines individuellen "maßgeschneiderten" Behandlungsplans für den jeweiligen Patienten ist.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.