11.09.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wäsche waschen, wie es früher war Wasser, Seife, Waschbrett

Waschen ohne Waschmaschine? Wie das geht, und wie die Seife dazu hergestellt wird, erfuhren Kinder an einem lehrreichen Nachmittag im Schwandorfer Stadtmuseum.

Kathrin Robl (stehend) zeigte den Kindern im Stadtmuseum, wie Seife hergestellt wird. Bild: aje
von Redaktion OnetzProfil

14 Kinder durften selbst Hand anlegen beim Wäsche waschen. Die Aktion war die letzte Veranstaltung innerhalb des Sommerfreienprogramms. Vor 100 Jahren war vieles anders, wie wir es heutzutage kennen. Doch nicht nur das Waschen hat sich verändert. Auch die Kleidung unserer Vorfahren war nicht nur modisch anders.

Eva-Maria Keil zeigte den Kindern Strümpfe, Unterwäsche und Schürzen der vergangenen Jahre. Außerdem erklärte die Museumsleiterin, wie das Waschen damals vor sich ging. Die Kleidung wurde gekocht, gebürstet und am Fluss auf Waschbänkchen ausgewrungen. Oft bestanden die Kleider und Hosen aus Leinen, das die Frauen selbst herstellen konnten. Um die Wäsche zu bleichen, wurde sie zum Trocknen im Freien aufgehängt oder ausgelegt. Die Sonnenstrahlen und der Sauerstoff aus den Grashalmen hellten die Kleidung natürlich auf.

Keil führte die Mädchen und Buben durch Räume des Schwandorfer Stadtmuseums und zeigte ihnen einen Waschtisch, den Laugentopf und Bügeleisen aus der Vergangenheit. "Es ist wichtig, dass die Kinder auch Wissen vermittelt bekommen, Spaß und Action darf aber auch nicht zu kurz kommen", sagte Keil. Nach etwas Theorie durfte der Nachwuchs mit der Praxis loslegen. "Um die Kinder in die Welt der Gerüche einzuführen", so Naturpädagogin Kathrin Robl, durften sie Seifen mit unterschiedlichen ätherischen Ölen und Blüten versetzen. Nachdem die Blütenblätter von den Kindern mit dem Mörser klein gestampft wurden, verliehen sie der Seife eine bunte Farbe und eine leckere Duftnote. Das fertige Unikat durften die Mädchen und Buben natürlich mit nach Hause nehmen. Die Naturpädagogin besitzt selbst eine kleine Seifenwerkstatt und brachte die junge Planzenölseife von zu Hause mit.

"Die Kinder sollen auch lernen geduldig zu sein", erklärte Robl. Die Seife muss im Anschluss noch etwa vier Wochen im Kinderzimmer reifen, bevor sie benutzt werden kann. Schließlich durften die Kinder mit Waschbrett und einer Bürste, ganz im Stil unserer Vorfahren, die Kleidung waschen. Den Mädchen und Buben wurde klar, wie viel Arbeit damals hinter dem Wäschewaschen steckte.

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