10.10.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wenn die Eltern sich trennen

40 Jahre Erziehungsberatungsstelle, 10 Jahre "Lokales Bündnis für Familie" und Vorstellung der Initiative "Stark durch Erziehung": Für Sozialministerin Emilia Müller sind das drei gute Gründe, der Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge in Schwandorf einen Besuch abzustatten.

Die Bündnispartner der Initiative "Stark durch Erziehung" trafen sich mit Sozialministerin Emilia Müller (sitzend Zweite von links) und stellvertretendem Landrat Joachim Hanisch (sitzend Zweiter von rechts) in der Erziehungsberatungsstelle. Es gab ein dickes Lob. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Diplom-Psychologe Franz Klarner ist seit 26 Jahren Leiter der Beratungsstelle mit jährlich 400 Kontakten. Zu ihm und den fünf weiteren Mitarbeitern kommen Eltern mit unterschiedlichsten Anliegen. Wenn Säuglinge und Kleinkinder ständig quengeln und schreien, schlecht ein- und durchschlafen und sich nur schwer beruhigen lassen, leisten die Fachleute ebenso Hilfestellung wie bei Jugendlichen mit Alkohol- oder Drogenproblemen.

Die Trennung der Eltern und deren Folgen seien heute der häufigste Grund für einen Besuch in der Beratungsstelle, erklärt Franz Klarner. Die Hälfte der Kinder, mit denen er es zu tun habe, lebt nicht mehr in ihrer ursprünglichen Familie. Mit diesem hohen Anteil liege der Landkreis über dem bayerischen Durchschnitt.

Das Sozialministerium unterstütze die 180 Erziehungsberatungsstellen in Bayern mit jährlich 7,5 Millionen Euro, erfuhren die Netzwerkpartner von der Ministerin. Die Kinder ernst zu nehmen und Zeit für sie zu haben, sei die zentrale Botschaft, so Emilia Müller. Mit der Initiative "Stark durch Erziehung" wolle das Ministerium den Eltern einen Leitfaden mit an die Hand geben. "Liebe schenken, streiten dürfen, zuhören können, Grenzen setzen, Freiraum geben, Mut machen und Zeit haben" sind die Schlagworte in der Broschüre.

Das "Lokale Bündnis für Familie" setzt sich aus drei Projektgruppen zusammen: familienfreundliche Kommune, familienfreundliche Betriebe und "Stark durch Erziehung". Sprecherin Helga Forster kündigte neue Kurse an: Konzentriertes Lernen, unterschiedliche Entwicklung von Mädchen und Jungen, kindliche Sexualität, soziale Netzwerke, Ein- und Durchschlafrezepte für Kleinkinder sowie Leselust statt Lesefrust. Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch wies auf das breite Netzwerk von Verbänden, Behörden, Kommunen und Trägern im Landkreis hin, das den Eltern in Erziehungsfragen zur Seite stehe.

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