Wie lebten unsere Vorfahren: Spannende Erfahrungen für Kinder im Stadtmuseum
Stadtgeschichte ganz locker erklärt

Vor der ausgestellten Bombe im Stadtmuseum erzählte Museumsleiterin Eva Maria Keil (links) den Kindern vom schweren Angriff auf die Stadt im Jahr 1945. Bilder: aje (2)
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Schwandorf
11.09.2017
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Die Geschichte Schwandorfs hat einige spannende Facetten. Die Leiterin des Stadtmuseums, Eva Maria Keil, bietet jedes Jahr im Ferienprogramms eine Führung an. "Die Kinderführung ist dazu da, den Kleinen die Geschichte lockerer zu erklären", sagt Keil.

Ein halbes Dutzend Buben ging mit der Museumsleiterin auf Spurensuche. Da ist zum Beispiel das erste Gemälde, das die Stadt zeigt. Die nächste zeitliche Station war die Steinzeit. Das Werkzeug der Jäger und Sammler aus Feuerstein durften die Kinder sogar in die Hand nehmen. Keil erzählte auch, wie wichtig die Naab und die Eisenbahn für die Weiterentwicklung Schwandorfs war. Durch den Anschluss an die Transportwege vergrößerte sich die Stadt enorm. Natürlich durfte der berühmteste Schwandorfer bei der Führung nicht fehlen: Vor der Büste von Konrad Max Kunz, dem Komponisten der Bayernhymne, erklärte Keil die Geschichte des Musikers erläutert.

"Man pickt die Rosinen für die Kinder heraus, damit es interessant bleibt", erläuterte die Museumsleiterin ihr Konzept. Die Buben hatten viele neugierige Fragen. Für große Begeisterung sorgte die Kirchturmuhr, eines der Lieblingsstücke der Museumsleiterin. Sie zeigte den Jungen, wie die Uhr funktioniert und erklärte ihnen, dass das Ankurbeln der Uhr früher zu den Aufgaben des Mesners gehörte. Das begehrte Stück wurde vor 15 Jahren aus der Klardorfer Kirche ins Museum gebracht. Sie wurde 1939 gebaut und ist eine der letzten mechanisch betriebenen Uhren. "Deshalb ist sie so besonders.", sagt Keil.

Danach zeigte sie Bilder aus früheren Zeiten, die Statue des heiligen Nepomuk und die alte Hufeisenschmiede. Spannend wurde es, als die Kinder eine echte Bombe aus dem zweiten Weltkrieg besichtigen durften. Der Blindgänger stammt vom Angriff am 17. April 1945. An diesem Tag wurde Schwandorf stark bombardiert. Ein Junge erzählte daraufhin eine Geschichte seines Opas, der diesen Tag miterlebte. Keil hörte gespannt zu und erinnerte daran, dass ein Museum will, das nichts vergessen wird, auch nicht die Kriege.

Im nächsten Raum waren alte Möbel, beispielsweise ein Sofa, ein Bett, Tische, Stühle und ein altes Waschbecken ausgestellt. Keil zeigte den Buben wie sich die Menschen früher gewaschen haben, in welchen Betten sie geschlafen haben und welche Bügeleisen damals benutzt wurden. Die Bügeleisen durften in die Hand genommen werden und die Jungs waren erstaunt wie schwer diese waren.

Im Anschluss konnten die Buben noch Kleidung von früher und ein altes Hochrad und Motorrad bestaunen. Zum Schluss ging es ins Naturinfozentrum des Museums Schwandorf. Dort erkundeten die Kinder das Tierreich der Oberpfalz auf eigene Faust. "Wer kann schon in der Natur einen. fragt die Museumsleiterin. Zu jedem Tier konnten die Kleinen ein Wissensquiz meistern oder im Lexikon stöbern. "Dabei vertiefen sie das hier Gelernte spielerisch.", sagt Keil. Neben den unzähligen Tierpräparaten gibt es es auch Pflanzen und Bäume zu erkunden.
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