Zu wenige Lehrer: BLLV fordert bessere Bezahlung und mehr Anerkennung - Bedarf auch bei den ...
An den Schulen mangelt es an Köpfen

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Schwandorf
07.01.2018
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Eine leere Warteliste für Grundschullehrer überrascht selbst Ludwig Spaenle. Der bayerische Kultusminister sieht aber die Versorgung mit Pädagogen in den Jahrgangsstufen eins bis vier gewährleistet. Im Gegensatz zu den Lehrerverbänden, die einen akuten Lehrermangel beklagen. "An vielen Schulen gibt es kaum einen Tag, an dem stundenplanmäßiger Unterricht stattfinden kann", stellt Maria Karg-Pirzer fest. Die Kreisvorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnverbandes muss es wissen. Sie ist Personalratsvorsitzende am Schulamt und Rektorin der Grund- und Mittelschule Teublitz. Bei der Jahresabschlussfeier des BLLV-Kreisverbandes stellte Karg-Pirzer fest: "An allen Ecken und Enden fehlen die Lehrkräfte". Schulamt und Regierung seien bemüht, Personal zu rekrutieren und die Lücken zu schließen.

"Die Schulleiter müssen den Mangel verwalten", klagt die Rektorin. Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die sich kürzlich öffentlich äußerte, sei dies mit ein Grund, warum an deutschen Grundschulen "1000 Rektoren fehlen". Der Job sei stressig, lohne sich finanziell kaum und werde mit immer mehr Aufgaben befrachtet. Geld zur Anstellung von Schulleitern und Lehrern wäre zwar da, unterstreicht die BLLV-Kreisvorsitzende, "doch mittlerweile fehlen die Köpfe".

Maria Karg-Pirzer erhofft sich im Februar eine Besserung, wenn weitere Gymnasiallehrer mit der Ausbildung fertig werden, in ihrer Schulart nicht unterkommen und als Aushilfe oder Zweitqualifizierte an den Grundschulen eine Anstellung erhalten. Aus standespolitischer Sicht wertet die Verbandsvertreterin dies sogar als positives Signal, denn: "Lehrer ist Lehrer". Der BLLV kämpfe seit Jahren um eine Angleichung der Besoldung. Gerade in Zeiten akuten Personalmangels müsse "die Lehrerbildung neu diskutiert werden". Für Maria Karg-Pirzer ist nicht nachvollziehbar, "warum ein Grundschullehrer weniger verdienen soll als ein Realschul- und Gymnasiallehrer, noch dazu bei höherer Stundenzahl". Ihre Forderung: "Alle Lehrer sollten in der Gehaltsstufe A 13 beginnen". Die Verbandsvertreterin sieht große Herausforderungen auf die Schulen zukommen und nennt die Bereiche Inklusion, Integration, Digitalisierung, Heterogenität und individuelle Förderung. Dies bedeute weiter steigende Belastungen. Karg-Pirzer wünscht sich deshalb mehr öffentliche Anerkennung für den Beruf des Lehrers und mehr Personal an den Schulen.
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