Biotopkartierung bei Landwirten umstritten
Angst vor "kalter Enteignung"

LfU-Mitarbeiter Michael Stellmach informierte die Landwirte über die Standorte der Biotope im Landkreis. Bild: Hirsch
Wirtschaft
Schwandorf
11.03.2018
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In der Biotopkartierung sehen die Landwirte im Landkreis ein weiteres staatlich verordnetes Instrument zur kalten Enteignung. Bei einer Informationsveranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes am Mittwoch im Landratsamt nahmen sie den Bericht der Vertreter des "Bayerischen Landesamtes für Umwelt" kritisch zur Kenntnis.

"Wir sollen denen das Futter liefern, die uns jetzt enteignen", brachte es ein Landwirt auf den Punkt. Der Leiter der LfU-Abteilung "Naturschutz, Landschaftspflege und Gewässerökologie", Christian Tausch, und sein Mitarbeiter Michael Stellmach, hatten vor den Bodeneigentümern keinen leichten Stand. Dabei wollten sie nur über den inzwischen abgeschlossenen Kartierungsprozess informieren.

Drei Jahre lang waren fünf Biologen im Landkreis unterwegs und suchten nach schützenswerten Feuchtgebieten, Trockenrasen und Biotopen. "Einige bestanden bereits, andere fielen weg, wieder andere kamen dazu", erklärte Michael Stellmach in seinem Vortrag. 25 Jahre nach der letzten Kartierung sei es an der Zeit gewesen, die Flächen den FFH-Richtlinien anzupassen und für die Kommunen Rechtssicherheit zu schaffen.

Die Fachleute haben im Landkreis 2514 Biotope und 14 079 Teilflächen ausgemacht. Das sind 4,9 Hektar oder 3,41 Prozent der Landkreisfläche. In Bayern liegt der Anteil bei 4,2 Prozent. Die Biologen ermittelten 1442 verschiedene Pflanzenarten, davon sind 289 im Bestand gefährdet. Die geschützten Teile dürfen die Landwirte nicht intensiv bewirtschaften, bekommen dafür aber Ausgleichszahlungen.
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