Chefwechsel bei der Agentur für Arbeit
"Privileg, hier zu arbeiten"

Joachim Ossmann (Fünfter von links) verlässt als Leiter die Agentur für Arbeit Schwandorf. Der Leiter der Regionaldirektion Bayern, Ralf Holtzwart (Sechster von links) führte seinen Nachfolger Markus Nitsch (Siebter von links) ins Amt ein. OB Michael Cerny (Amberg, von links), Regierungspräsident Axel Bartelt, OB Andreas Feller (Schwandorf), Peter Rihm (Verwaltungsrat), die Landräte Thomas Ebeling (Schwandorf), Richard Reisinger (Amberg-Sulzbach) und Franz Löffler sowie Personalrat Christian Roth und stell
Wirtschaft
Schwandorf
06.12.2017
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"Dieser Unternehmergeist hat mich immer wieder begeistert", lobt Joachim Ossmann die Oberpfälzer. Das die ihn auch schätzen, machen am Mittwoch über 100 Gäste deutlich, die bei der Amtsübergabe seinem Nachfolger als Chef der Agentur für Arbeit Schwandorf, Markus Nitsch, die besten Wünsche mitgeben.

Es hätte alles ganz anders kommen können, vor 14 Jahren, als Ossmann sein Amt in Schwandorf antrat. Daran erinnerte er selbst am Mittwoch im Konrad-Max-Kunz-Saal: Der Agenturbezirk aus den Landkreisen Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Cham sowie der Stadt Amberg steckte in der Krise. Stahl- und Kohleindustrie hatten sich verabschiedet. Im schlechtesten Fall, so Ossmann, wäre die mittlere Oberpfalz nur wegen ihrer "weitgehend intakten Natur" ein Tipp gewesen. Das sei sie heute auch noch. Aber eben auch als eine Wirtschaftsregion, die den Strukturwandel dank großen Einsatzes mit großem Erfolg bewältigt habe. Das sei deutschlandweit beispielhaft, sagte Ossmann, und fügte hinzu: "Es war ein Privileg für mich, hier zu arbeiten und diese Entwicklung zu begleiten." Er habe viele, außergewöhnliche Unternehmer kennengelernt, die Garanten für sichere Arbeitsplätze sind, "und auch stets unsere verlässlichsten Partner, wenn es um Hilfen für Problemgruppen geht".

Dank an Mitarbeiter

Besonderen Dank richtete Ossmann, der seit Anfang November die Agentur in Nürnberg leitet, an die tschechischen Nachbarn. Die Zusammenarbeit habe beiderseits der offenen Grenzen zum Erfolg geführt. "Ein Chef ist nur so gut wie seine Mitarbeiter", sagte Ossmann. Das gelte in der Agentur Schwandorf ohne Einschränkung. Stellvertretend übergab er an seine Vorzimmerdamen Sabrina Pirzer, Daniela Harazin und Corinna Dirscherl Präsente. Der Chef der Regionaldirektion Bayern, Ralf Holtzwart, hob die Qualitäten Ossmanns als "Netzwerker" hervor. "Die Oberpfalz hat heute die größte Industriedichte in der Oberpfalz, wahrscheinlich sogar in Deutschland. Diese Entwicklung haben Sie, Herr Ossmann, mit gestaltet", sagte er. Die Vorzeichen hätten sich nunmehr geändert: Die Arbeitslosenzahl liege auf niedrigem Niveau, nun werden Fachkräfte dringend gesucht.

Die Reserven für den Arbeitsmarkt lägen einerseits in Langzeitarbeitslosen. Andererseits müssten Hemmnisse beseitigt werden, um Teilzeitkräften eine Vollzeitstelle zu ermöglichen. Nur wenn auch der Bedarf der Wirtschaft an Arbeitskräften gedeckt werden könne, lasse sich der Wohlstand erhalten, sagte Holtzwart. "Halten Sie die Arbeitslosenquote so niedrig und sorgen Sie dafür, dass die Unternehmen Arbeitskräfte finden", gab er dem neuen Chef der Agentur Schwandorf, Markus Nitsch, mit auf den Weg. "Joachim Ossmann hat große Fußstapfen hinterlassen," sagte der Bayern-Chef der Agentur und wünschte Nitsch alles Gute. Symbolisch übergab er den "Agentur-Schlüssel" an Ossmanns Nachfolger.

"Arbeitswelt 4.0"

Den Wechsel Ossmanns nach Nürnberg kommentierte Oberbürgermeister Andreas Feller mit einem "Allmächt" und dankte dem scheidenden Agenturleiter für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit. Diese sicherte Feller auch Markus Nitsch zu. Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses, Peter Rihm, lobte Ossmanns nahen Kontakt zur Wirtschaft. "Sie haben wichtige Themen immer schnell und zielgerichtet in die Diskussion eingebracht." Personalratsvorsitzender Christian Roth dankte Ossmann für das "stets offene Ohr."

Markus Nitsch hat seine Frau beim Skifahren in der Oberpfalz kennengelernt - insofern habe er schon eine besondere Beziehung zur Region, sagte er in seiner Antrittsrede. Jetzt gelte es diese spannende Region näher kennenzulernen, sich den Herausforderungen des Fachkräftemangels und der "Arbeitswelt 4.0" zu stellen. "Standardprozesse werden uns dabei kaum helfen. Wir müssen flexibel reagieren", sagte er. Die Schwandorfer Belegschaft habe er als engagiert und selbstständig kennengelernt - die Voraussetzungen seien also bestens. Er wolle gerne länger hier bleiben. Wenn es 14 Jahre wie bei Ossmann werden sollen, dann müsse der Gesetzgeber aber das Rentenalter auf 70 Jahre erhöhen, sagte Nitsch. Für seinen Start hat er sich ein Motto gegeben: "Lieber Markus, nimm dich nicht so wichtig."

Die Oberpfalz hat heute die größte Industriedichte in Bayern.Ralf Holtzwart, Chef der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit
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