CSU lässt sich „Power-to-Gas“-Technik von „MicrobEnergy“ erläutern
Wie aus Windkraft Erdgas wird

Verfahrensingenieur Florian Hackl (rechts) erklärte MdB Karl Holmeier und OB Andreas Feller (von links) im Forschungslabor das Verfahren "Power-to-Gas". Bilder: Hirsch (2)
Wirtschaft
Schwandorf
04.05.2017
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Das deutsche Erdgasnetz verfüge über "immense Speicherkapazitäten, sagt Dr. Doris Schmack. Deshalb biete es sich an, überschüssigen Wind- und Solarstrom mit Hilfe der "Power-to-Gas"-Technologie zu "methanisieren". Mitglieder des CSU-Ortsverbandes ließen sich am Mittwoch durch die Forschungsanlage auf dem ehemaligen Bayernwerksgelände führen. "Die Umwandlung ist keine Hexerei", erklärt Dr. Doris Schmack den Besuchern. Die promovierte Chemikerin ist Mitglied der Geschäftsleitung der "MicrobEnergy GmbH", die zur Viessmann-Gruppe gehört. Sie erklärt die Abläufe. Überschüssiger Strom wird mit Hilfe der Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt.

Danach folgt die Stufe der Mechanisierung, in der aus Wasserstoff und Kohlendioxid synthetisches Methan gewonnen wird. Für diesen Schritt nutzt "MicrobEnergy" Mikroorganismen, die Wasserstoff und Kohlenstoff in Methan umwandeln. Das Gas könne gespeichert und bedarfsgerecht mit Hilfe der Kraft-Wärme-Kopplung wieder "verstromt" und in das Erdgasnetz eingespeist werden, so Dr. Doris Schmack.

Keinen Strom vernichten


"Auf diese Weise wird der Strom zur Primärenergie", erklärt die Chemikerin. Das gewonnene Gas könne entweder für die Wärmeerzeugung eingesetzt oder in einem Blockheizkraftwerk wieder in Strom verwandelt werden. Für Dr. Doris Schmack ist diese Verknüpfung von Strom- und Erdgasnetzen "eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende". Dem pflichtet auch MdB Karl Holmeier bei. Es sei ein Unding, dass im Norden des Landes überschüssiger Strom vernichtet werde, im Süden dagegen Bedarf bestehe. Die Umwandlung von Strom in Gas soll Bestandteil des neuen Koalitionsvertrages werden, wünscht sich der CSU-Abgeordnete.

Er will deshalb Dr. Doris Schmack nach den Wahlen zu einer Expertenrunde einladen, in der sie die "Power-to-Gas"-Technologie vorstellt. Noch stecke das Verfahren im Forschungsstadium. "Die Zeit drängt", mahnt sie die politischen Entscheidungsträger, wenn die Methanisierung von Strom einen Beitrag zur Energiewende leisten soll.

Weniger Forschung


Für die Chemikerin werden Wind und Sonne die Primärenergien der Zukunft sein. Biogas werde dagegen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. In den letzten drei Jahren seien kaum noch neue Biogas-Anlagen entstanden, so Dr. Doris Schmack.

Sie nahm vor der CSU-Delegation auch zur Umstrukturierung bei Schmack-Biogas Stellung. Die Beschränkung auf die Wartung bestehender Anlagen sei ein notwendiger Schritt. Sie geht davon aus, dass auch die Forschung in diese Technologie zurückgehen werde. Oberbürgermeister Andreas Feller und die Schwandorfer CSU-Vorsitzende Martina Englhardt-Kopf freuten sich über die Ansiedlung des "innovativen Unternehmens MicrobEnergy" im Stadtgebiet.

Die Umwandlung ist keine Hexerei.Dr. Doris Schmack zum "Power-to-Gas"-Verfahren.
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